Archiv für den Monat März 2016

Hin und zurück, wild, wild eye

Wenn ich an meinen 30. Geburtstag zurückdenke, wird Georg Christoph Lichtenberg mit seiner Sentenz, wonach vergangener Schmerz in der Erinnerung angenehm wird, Lügen gestraft. Ich erinnere mich – als wäre es gestern gewesen (vorauseilend: höhö)- an einen melancholischen Tag, an dem ich über das vermeintliche Ende der Jugend seufzte, der Zweier war unwiederbringlich dahin und mit ihm – zumindest in der Vorstellung – der Freifahrtschein für juvenilen Leichtsinn. Natürlich Käse, Leichtsinn im guten, leichten Sinne kann einen immer wieder überfallen, aber jener Geburtstag bleibt auf ewig unangenehm in Erinnerung.

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Rückkehr zu den Menschenfressern

VulkanGeorg Christoph Lichtenberg hat einmal eine Formel aufgestellt, die das Überwiegen des Vergnügens über den Schmerz beweisen sollte. Demnach sei vergangener Schmerz in der Erinnerung angenehm, vergangenes Vergnügen natürlich ebenfalls, das gegenwärtige Vergnügen erst recht, das künftige sei aber bereits angenehm in der Vorstellung; dem gegenüber stehe nur gegenwärtiger und künftiger Schmerz – klarer Sieg nach Punkten für das Vergnügen oder: „Ein merkliches Übergewicht von Seiten des Vergnügens in der Welt.“ Max Rychner, der große Zürcher Essayist, bemerkt dazu trocken: “Die Rechnung ginge so glatt auf, wie sie hier steht, wenn die Menschenseele ein Messapparat wäre.“ Weiterlesen