Mysterium, ewiglich

k black hat ein Problem. Als Reisender in einer Winternacht gelangt er in ein verschneites Dorf am Fuß eines Schlossbergs. Die Geschicke der Dorfbewohner werden vom Schloss aus bestimmt und verwaltet, jeder ihre Schritte wird offenbar beobachtet. Nach einer Aufenthaltsgenehmigung an diesem Ort gefragt, gibt K. an, als Landvermesser vom Schloss angefordert worden zu sein. In der Folge entspinnt sich ein episches Gefecht zwischen den Schlossern und K., in dem dieser sich einen legitimen Platz in der Dorfgemeinschaft zu erstreiten versucht.


es erweist sich dabei für K. als größtes Hindernis, dass er seine Widersacher nicht „dingfest“ machen kann: Er sieht sich einem labyrinthischen Machtapparat gegenübergestellt, in dem scheinbar willkürliche Befehle aus dem Schloss stets über Umwege bekanntgemacht und durch Mittelsmänner ausgeführt oder sogar in einer Art vorauseilendem Gehorsam von den Dorfbewohnern erledigt werden. Das Schloss selbst ebenso wie diejenigen, die dort das Sagen haben, bleiben in unerreichbarer Ferne. So wird K.s Aufenthalt im Dorf stets mehr zu einem Alptraum, immer verzweifelter irrlichtert er von einem vermeintlichen Strohhalm zum anderen. Auch K. selbst ist freilich nicht zimperlich und sieht in den Dorfbewohnern wenig mehr als mögliche Handlanger, die ihm helfen sollen, ins Schloss zu gelangen, um dort endlich seinen Fall ausführlich vortragen zu können. Durch einen solchen Schritt würden – wie K. meint – alle Missverständnisse ausgeräumt und sein Anliegen zu einem glücklichen Ende geführt werden. Dass es so weit nie kommen wird, ist freilich absehbar und allen Dorfbewohnern bewusst, einzig K. jagt dieser Illusion stetig weiter hinterher.

Die Fragen, was es mit der Macht im Schloss auf sich hat und was K. überhaupt zu diesem Ort bewegt hat, warum er so beharrlich im Dorf verbleibt, obwohl sich seine Lage von Tag zu Tag verschlechtert, bleiben eben so offen, wie der Schluss der Erzählung – unvermittelt bricht der Text ab, ohne dass K. auch nur einen Schritt weitergekommen wäre. Kafka selbst hat sich bekanntlich gegen eine Veröffentlichung des Romanfragments ausgesprochen, eine Bitte, der sein Freund und Nachlassverwalter Max Brod – zum Glück für die Weltliteratur – nicht nachgekommen ist. Nachdem passionierte Kafkaaficionados auf aller Welt seit nunmehr beinahe hundert Jahren sowohl über die Handlung des Romans als auch über mögliche Schlussvarianten grübeln, haben sich jetzo die Weinbeeren in die Diskussion eingeklinkt, um ein wenig Licht auf die dunklen Worte der böhmischen Sphinx zu leuchten.

„Aber kurze Zeit darauf wurde er schon geweckt. Ein junger Mann, städtisch angezogen, mit schauspielerhaftem Gesicht, die Augen schmal, die Augenbrauen stark, stand mit dem Wirt neben ihm. Die Bauern waren auch noch da, einige hatten ihre Sessel herumgedreht, um besser zu sehen und zu hören. Der junge Mensch entschuldigte sich sehr höflich, K. geweckt zu haben, stellte sich als Sohn des Schloßkastellans vor und sagte dann: »Dieses Dorf ist Besitz des Schlosses, wer hier wohnt oder übernachtet, wohnt oder übernachtet gewissermaßen im Schloß. Niemand darf das ohne gräfliche Erlaubnis. Sie aber haben eine solche Erlaubnis nicht oder haben sie wenigstens nicht vorgezeigt.«
K. hatte sich halb aufgerichtet, hatte die Haare zurechtgestrichen, blickte die Leute von unten her an und sagte: »In welches Dorf habe ich mich verirrt? Ist denn hier ein Schloß?«
»Allerdings«, sagte der junge Mann langsam, während hier und dort einer den Kopf über K. schüttelte, »das Schloß des Herrn Grafen Westwest.«
»Und man muß die Erlaubnis zum Übernachten haben?« fragte K., als wolle er sich davon überzeugen, ob er die früheren Mitteilungen nicht vielleicht geträumt hätte.
»Die Erlaubnis muß man haben«, war die Antwort, und es lag darin ein großer Spott für K., als der junge Mann mit ausgestrecktem Arm den Wirt und die Gäste fragte: »Oder muß man etwa die Erlaubnis nicht haben?«
»Dann werde ich mir also die Erlaubnis holen müssen«, sagte K. gähnend und schob die Decke von sich, als wolle er aufstehen.
»Ja von wem denn?« fragte der junge Mann.
»Vom Herrn Grafen«, sagte K., »es wird nichts anderes übrigbleiben.«
»Jetzt um Mitternacht die Erlaubnis vom Herrn Grafen holen?« rief der junge Mann und trat einen Schritt zurück.“

Und da waren sie wieder, die drei Weinbeeren…

Diander: Leute, gleich die Standard-Anfangsfrage. Wat jibbet zu trinken, was sagt der Kühlschrank? Ich sehe Weißwein, der ist fest gebucht für mich.

doimlinque: Gin. Sieben Tage lang.

Anchesa: Und ich nehm den halbtrockenen Roten.

Diander: Paw, Gin, das kann ja heiter werden.

doimlinque: Keine Gefangenen, ja. Also gut, und sonst so? Habt Ihr Eure Hausaufgaben gemacht?

Anchesa: Mist, die hab ich vergessen.

Diander: Ganz ehrlich, ich habe heute Nachmittag auf den letzten Drücker die letzten 30 Seiten noch schnell fertig gelesen. Mich hat „Das Schloss“ etwas mitgenommen, habe es nur in homöopathischen Dosen vertragen.

doimlinque: Wenngleich die letzten ja mehr oder weniger genau wie die ersten Seiten daher kommen. Und wie der Mittelteil auch, wenn man es recht bedenkt. Ist schon sehr zähfließend gewesen, fand ich.

Anchesa: Welche Auflage habt ihr gelesen? Ich hatte die vom Suhrkamp Taschenbuch Verlag. Mit den Anhängen, gestrichenen Stellen und verschiedenen Nachworten.

Diander: Ich habe die Reclamausgabe, in der Fassung der Handschrift, ohne Max Brods Änderungen.

doimlinque: Also… Ich habe dereinst in Prag eine Kafka-Gesammelte-Werke-Box vom Fischer-Verlag erstanden. Mit allen möglichen Anhängen und inzwischen ziemlich gewellten Seiten, weil ich dann anschließend in einem Heurigen in Wien einen Weißwein über dat Dingen gekippt habe. Aus Versehen, wohlgemerkt.

Diander: Nochmal zurück zu homöopathischen Dosen und zähfließend. „Zähfließend“ würde ich nicht sagen, sondern eher bezogen auf die Verdaubarkeit. Mich hat vor allem der Stoff, – wie so oft bei Kafka – fürchterlich mitgenommen und frustriert zurückgelassen. Die perfekte Anleitung zum Unglücklichsein. Oder so.

doimlinque: Okay, also eine richtig aufwühlende Lektüre? Ja, wie soll ich sagen…ich mag Kafka schon auch sehr gern, aber ich habe mich jetzt beim Lesen wieder daran erinnert, was ich früher schon immer gedacht habe: Am besten ist er – finde ich – in der kurzen Prosaform. Die Kurzgeschichten und Fabeln finde ich stark. Beim „Schloss“ jetzt ging es mir wirklich so, dass ich nach 10-15 Seiten das Gefühl hatte, den ganzen Roman schon zu kennen. Es geschieht alles so folgerichtig und unausweichlich tragisch. Was natürlich ein klassisches Kafka-Stilelement ist.

Anchesa: Für mich war es wieder mal eine Premiere, mein erster Kafka. Und ich musste viele Seiten doppelt lesen. Ich fand es schwierig.

Diander: Na ja, ich war eigentlich schon gewappnet, weil ich das Schloss wie auch die Verwandlung, den Process usw. von früher kenne, aber die Wucht der Verzweiflung und der Widerstände nehmen mich heute mehr mit als dunnomal.

doimlinque: Ich glaube, ich weiß schon, was Du meinst, und das ist auch eine Wucht. Mich hat jetzt aber eher noch einmal überrascht, wie lustig Kafka gleichzeitig auch schreibt. Diese Slapstickeinlagen der Gehilfen usw. Das unterstreicht die Tragik auf der anderen Seite vielleicht noch ein bisschen mehr.

Anchesa: Mich hat überrascht, wie aktuell das Ganze eigentlich noch immer ist. Und die Metapher mit dem Weg zum Schloss ist schon echt gelungen.

doimlinque: Hmmm. Ja und Nein. Es klingt paradox, ich finde die Metapher auch gelungen, weiß aber nicht, wofür sie steht. Nicht wahr? Man hat die ganze Zeit das Gefühl, der Roman sei eine große Allegorie, aber wenn man es dann konkret benennen soll, was da verhandelt wird, ist es schwer. Und genau dieses abstrakte Moment sorgt vermutlich auch dafür, dass man den Stoff heute noch für aktuell halten kann. Oder so.

Anchesa: Stimmt, seh ich auch so. Für mich steht die Metapher irgendwie so: Du machst und machst, Du gehst und gehst – und kommst doch nicht ans Ziel. Wie bei dem Weg zum Schloss, der aufs Schloss zuführt und dann doch nur immer drum herum.

Diander: Ich finde, es ist sogar noch ärger, mit jeder Bewegung und Anstrengung, die K. unternimmt, kommt er seinem Ziel nicht nur nicht näher, sondern entfernt sich weiter von ihm. Jede Anstrengung, jedes Bemühen rückt ein Gelingen in weitere Ferne, die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit wird größer und greifbarer.

doimlinque: Seine Arroganz und Rechthaberei stehen in keinem Verhältnis zu der langen Kette seiner Niederlagen, stimmt. Aber das Beste ist eben, dass man nicht weiß, was da nun gelingen soll, woran er genau scheitert. Kafkas Stil ist ganz klar, ganz gewöhnliches Deutsch, und trotzdem unglaublich enigmatisch, weil sich da, jedenfalls kommt es mir so vor, eine Legion von Interpretationsmöglichkeiten auftut. Ist schon sehr beeindruckend.

Anchesa: Also beim Lesen hatte ich teilweise sogar das Gefühl, K. verliert dieses Ziel auch selber aus den Augen. Seine Arroganz hat mich mit der Zeit dann auch sehr genervt. Und sein ständiges Größer-Fühlen. „Ich bin besser als die Dörfler“.

Diander: Noch einmal kurz zurück zum Stil: Ja, der Schreibstil ist wirklich sehr einfach und rational gehalten, die Komplexität liegt im Inhalt. Die Interpretationsmöglichkeiten haben mich auch beschäftigt, wogegen wird da angeschrieben? Ist es ganz schnöde Bürokratiekritik im Allgemeinen oder Speziellen oder verbergen sich da weitere Ebenen? Das ist wohl das Vieldeutige. Ich vermute, da kann sich jede/r bei seinen ureigenen Alpträumen abgeholt fühlen. Und zu K.: Auch da gibt es mehrere Möglichkeiten, ist er das, was er vorzugeben scheint, der Landvermesser? Oder ist er jemand, der sich bloß unter dem Vorwand, ein Landvermesser zu sein, in die dörfliche Gemeinschaft einzuschmuggeln versucht?

doimlinque: Ich hatte manchmal das Gefühl, das Ganze sei so ein langangelegter Selbstmord. Wie jemand, der in einem Lager gegen den elektrischen Zaun rennt. Passt andererseits aber eher nicht zu K.s Charakter. Jedenfalls geht er sehenden Auges in das Duell mit den Leuten vom Schloss. Nebenbei: Eine platte Bürokratiekritik greift vermutlich – wer will das schon sagen?!? – viel zu kurz, aber tatsächlich muss ich immer an Kafka denken, wenn ich auf irgendeiner Behörde durch endlos lange Gänge schlappen muss.

Anchesa: Ich hatte eher das Gefühl, dass K. gerade nicht sehenden Auges in die Auseinandersetzung mit den Dörflern und Schlossbewohnern geht, sondern eigentlich bewusst gegen sie angeht – irgendwie. Zumindest so, als wüsste er nicht, was auf ihn zukommt oder würde es nicht wissen wollen. Und dass er sich in die Dorfgemeinschaft einzuschmuggeln versucht, seh ich auch ganz anders. Dazu geht er zu offensiv gegen die Dörfler vor, er versucht nicht, sich einzuordnen oder vielleicht zumindest zu verstehen, was und wie da gehandelt wird.

Diander: Das sehe ich ganz anders. Ich denke, er versucht eigentlich schon, den normalen Umgang herzustellen, erkennt aber zunehmend an den Strukturen und Widrigkeiten die Ablehnung seiner Person als unwillkommener und unverständiger Außenseiter. Mir ist seine Vorgehensweise relativ plausibel, er versucht, sich den Weg ins Schloss über Gespräche zu bahnen, erhält aber von allen Seiten immer wieder die Rückmeldung, wie doof, impertinent und nichtsahnend er denn bittesehr sei. Aber sei`s drum.

Anderes Thema: Die Frauen. Was ist das denn bitte für eine miserable Welt, in der die Frauen eigentlich nur darauf warten, von irgendwelchen Klamms als Hure ausgesucht zu werden.

doimlinque: Ja. Aber: Ich bin nicht sicher, ob die Strukturen für die Männer im Dorf prinzipiell anders sind. So ein Barnabas ist doch auch schon froh, wenn er den Schlossern das Hündchen spielen darf.

Anchesa: Ist nicht gerade das der Konsens aus dem Buch? Für alle Dörfler ist es doch das höchste Ziel, für oder gar im Schloss arbeiten zu können. Für die Frauen ist es eben meist der Weg durch die Kneipe oder durchs Bett und die Männer sind halt nur Boten oder Kutscher etc.

Diander: Trotzdem finde ich den Unterschied schon noch einmal bemerkenswert. Die Männer machen sich abhängig vom Schloss und dessen Wohlwollen, zur Not mittels Arbeitskraft. Die Frauen hingegen müssen neben der Arbeit auch noch ihren Körper einsetzen, und wenn es „nur“ für die Kutscher und Diener der Herrschaften ist. Während allen, Männlein wie Weiblein, die Unterwürfigkeit und Abhängigkeit gemeinsam ist, kommt bei den Frauen die pure Prostitution on top.

Anchesa: Am meisten aufgestoßen ist mir aber, wie K. die Menschen, besonders Frieda, für seine Ziele benutzt. Er spielt ihr Liebe vor, damit er an Klamm herankommt, am Ende sagt er aber selber, wenn statt Frieda Pepi dagewesen wäre und er bei ihr auch diese Beziehungen zum Schloss vermutet hätte, wäre er mit ihr ins „Geschäft“ gekommen.

doimlinque: In jedem Fall gibt es nicht so ein klassisches „gut“ und „böse“ in der Gegenüberstellung K.-Schloss. Die Strukturen, die das Schloss vorgibt, sind asozial. Aber in seiner Getriebenheit ist K. eigentlich auch genau das, im Wortsinn asozial.

Diander: Die Frage, was das Schloss eigentlich vorgibt, bleibt aber ja offen. Das genau hat mich angefasst, dass im Grunde nirgendwo das Schloss offen irgendwelche Ansagen macht, die Leute aber im Vorgriff auf eventuelle Reaktionen aus Angst reagieren. Nimm das Beispiel von Barnabas Schwester, die den Brief mit dem „unmoralischen Angebot“ zerreißt. Bevor irgendeine Reaktion des Briefschreibers überhaupt eintreten könnte, oder man wüsste, welche denn, wendet sich die komplette Dorfgemeinschaft vorab panisch und brutal gegen sie. Und nicht nur gegen Amalia, sondern ihre gesamte Familie wird zu Aussätzigen erklärt. Ein vorauseilender Gehorsam, sozusagen, aus schierer Angst.

doimlinque: Das fand ich eine sehr eindrucksvolle Passage, ja, weil da die ganze Festgezurrtheit der Verhältnisse so schreiend zum Ausdruck kommt. In einer Art, die kein Außenstehender so recht begreifen kann. Es liegt da so eine Fatalität in der Luft (und K. ist der einzige, dem das nicht klar wird). Und dann schließt sich irgendwie die Frage an, warum K. nun auf Teufel komm raus in diesen Club aufgenommen werden will. Es ist doch bei Licht betrachtet aber auch gar nichts Einladendes in dem Kaff zu finden, trotzdem beharrt er auf seiner nebulösen Mission.

Diander: Und der Preis, den er dafür zu bezahlen bereit ist, wird immer höher, umgekehrt proportional zu seinem sozialen Status. Erst Landvermesser, dann akzeptiert er, um in dem Kaff bleiben zu können, den Hilfslehrerjob und am Ende gar einen Aushilfs-Knecht-Job, versteckt im Zimmer der Zimmermädchen.
Nochmal Themawechsel. Was haltet Ihr von der Verfilmung?

doimlinque: Ulrich Mühe finde ich famos, ansonsten hat mich das wenig berührt, muss ich sagen. Viel weniger jedenfalls als der Roman.

Diander: Nicht nur Ulrich Mühe, auch Susanne Lothar fand ich sehr gut besetzt, nebenbei. Die Gehilfen unterstreichen zwar das Slapstickartige, das Du vorher erwähnt hast, ich finde es allerdings in der Verfilmung fast ein wenig übertrieben. Die ganze Machart ist sehr nah am Buch entlang. Das soll zwar normalerweise angeblich ein Kompliment sein, ich finde es hier aber ein wenig langweilig. Da hätte ich mir mehr Phantasie oder Kreativität gewünscht.

Anchesa: Mir ging es ähnlich. Ulrich Mühe war zwar sehr gut, aber irgendwie die Art K.s nicht konsequent dargestellt. Zu lasch und einfallslos. Der Film war da eher ein Filmchen, mein ich.

doimlinque: Haha, das ist gut gesagt. Ich weiß auch nicht, in welchen Kreisen es als Kompliment gilt, wenn man sich stur an die Vorlage hält.

Anchesa: Noch was anderes, bevor wir zum Ende kommen: Verblüffend war für mich, wie viele und vor allem welche Stellen Kafka am Ende wieder gestrichen hat. So zum Beispiel in Kapitel 9 die – glaub ich – einzige Stelle, an der auch „aus dem Schloss“ etwas zu erfahren ist. Nämlich die Aktennotiz des Schlosses zu K.

„Der Landvermesser K. musste zunächst danach streben, sich im Dorfe festzusetzen. Das war nicht leicht, weil niemand seine Arbeit brauchte, niemand, abgesehen vom Brückenhofwirt, den er überrumpelt hatte, ihn aufnehmen wollte, niemand – von einigen Scherzen der Herren Beamten abgesehen – sich um ihn kümmerte. So trieb er sich scheinbar sinnlos herum und tat nichts, als den Frieden des Ortes zu stören. In Wirklichkeit aber war er sehr beschäftigt, er lauerte auf eine Gelegenheit für sich und fand sie bald. Frieda, das junge Ausschankmädchen im Herrenhof, glaubte seinen Versprechungen und ließ sich von ihm verführen…“

doimlinque: Weniger ist mehr. Der Roman wird durch das Weglassen dieser Stellen definitiv stärker, finde ich, weil es abstrakt bleibt. Das Schloss bleibt gesichtslos, nicht zu fassen im wahrsten Sinne des Wortes.

Diander: Wohl wahr. Leute, ich glaube, es ist Zeit, dass wir zum angenehmen Teil des Abends kommen. doimlinque, ich tät jetzt bitte auch gerne einen Gin probieren, gibste mir was ab?

doimlinque: Na klar, straight aus dem Schwarzwald in Dein Glas.

Anchesa: Ich leere lieber noch meine Flasche. Zum Wohl.

 

Die Weinbeeren verlassen den „Brückenwirt“ und den „Herrenhof“ und kehren den restlichen Abend im Wirtshaus „Zu den fröhlichen Weinbeeren“ ein.

„Das Schloss“ von Franz Kafka ist online bei Gutenberg verfügbar  und auch der erwähnte Film von Michael Haneke ist vollständig bei youtube zum Nachgucken. Die Illustrationen sind wie immer Eigengedöns.

 

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36 Gedanken zu „Mysterium, ewiglich

  1. doimlinque

    Die geneigte Leserin erinnert sich womöglich noch an jene legendäre street art performance aus den 1980ern, wo Altkanzler Schröder als junger Abgeordneter die Essenz des Kafkaschen Romanfragments auf die Straßen der Bundeshauptstadt Bonn zauberte, indem er an die Tore des Kanzleramts rüttelte und rief: „Ich will hier rein!“

    Damals, als die Belletristik noch die Tagespolitik beschäftigte…tempi passati.

    Gruß, d.

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    1. Diander Autor

      Zitiert nicht sogar Angela Merkel Kafka, wenn sie formuliert „Ich ahne, wovon ich spreche, meine Damen und Herren.“? Oder wenn ein ehemaliger FDP-Vorsitzender eine Fabel, zwar über einen Frosch statt Maus – aber immerhin – rezitiert?
      Andere hingegen versuchen sich gleich gar als potentielle Literaten und suchen Verleger „Das können Sie alles senden drucken“.
      Grüßle, Diander

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  2. dame.von.welt

    Ich hatte manchmal das Gefühl, das Ganze sei so ein langangelegter Selbstmord. Wie jemand, der in einem Lager gegen den elektrischen Zaun rennt.

    Genau!
    Ich hatte ‚Das Schloß‘ im jugendlichen Alter von 16 als einziges Buch auf einer 4wöchigen Interrail-Reise mit Minigepäck dabei und bin über Seite 50 nicht hinausgekommen. Ich fand es damals un.er.träglich, las zur Vermeidung mittelbarer Suizidteilnahme lieber portugiesische Comics und die Bücher englischer Reiseabschnittsbegleiter und trug es quasi-jungfräulich wieder nachhause. Ich werd’s jetzt mal mit dem Film versuchen, falls ich den schaffen sollte, gibt’s Hörbuch – letzte Chance bei für mich unlesbaren Büchern.

    Gin aus dem Schwarzwald? Ich kenne Genever, Steinhäger, Sloe Gin (der gar kein Gin ist) den üblichen und den besseren Gordon’s, Tanqueray, Beefeater, Hendrick’s, Corsair, Saffron Gin, den schlimm überbewerteten Bombay Sapphire und einige andere mehr, aber daß es Gin auch aus dem Schwarzwald gibt, war mir bis eben unbekannt.

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    1. Diander Autor

      Ich fand es damals un.er.träglich, las zur Vermeidung mittelbarer Suizidteilnahme lieber portugiesische Comics und die Bücher englischer Reiseabschnittsbegleiter und trug es quasi-jungfräulich wieder nachhause.
      Da können Sie mal sehen, wie wir uns hier für die gute Sache aufopfern. Ich war auch gestern Abend regelrecht erleichtert, statt zum „Schloss“ mal wieder zum einem locker-fröhlich-entspannenden Politthriller auf dem Nachttisch greifen zu können.

      …aber daß es Gin auch aus dem Schwarzwald gibt, war mir bis eben unbekannt.
      Die Baden-Württemberger behaupten schließlich von sich, dass sie alles außer hochdeutsch kenned. Und sie können anscheinend nicht nur, sie machen es sogar.

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    2. doimlinque

      Portugiesische Comics klingt aber auch fies…

      Dieses Lektürenahtoderlebnis finde ich interessant. Bücher bringen mich zum Nachdenken, Lachen, Weinen, machen mich wütend oder traurig und was der Emotionen mehr sind. Aber dass ich mal ein Buch nicht weitergelesen hätte, weil mir der Inhalt zu krass war, daran kann ich mich nicht erinnern. Es gehört sowieso schon viel dazu, wenn ich mal ein Buch unausgelesen weglege, durch meine Adern blubbert die deutsche Gründlichkeit. Wenn, dann geschieht es immer aus Langeweile.

      Der Haneke-Film ist nicht unbedingt der allerbeste Kafka-Teaser, meine ich. Kafka von Steven Soderbergh mag ich dazu um so mehr.

      Die Alkosnobs dieser Welt schwören auf -> Monkey 47 aus dem süddeutschen Mittelgebirge. War mir auch nicht geläufig, bis mir in diesem Jahr eine Flasche davon zum Geburtstag verlegenheitsgeschenkt wurde. Seither bin ich Alkosnob.

      Gruß, d.

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      1. dame.von.welt

        So deutsch-gründlich bin ich irgendwie nicht. Bücher haben maximal 50 Seiten, um mich für sich zu gewinnen – tun sie das nicht, fliegen sie in die Ecke. Autoren wie Kafka oder Thomas Mann versuche ich später erneut, klappt das auch nicht, gibt’s u.U. Hörbuch (mit Thomas Mann ein absolutes Erfolgsrezept, weil Gert Westphal die alle eingelesen hat und mir sogar ‚Joseph und seine Brüder‘ nahebringen konnte, in dem ich mehrfach kläglich verhungert war)
        Das Scheitern am Schloß war krass, die sprichwörtlich tödliche Langeweile und ja, portugiesische Comics klingen nicht nur fies, sie waren das auch. Die Schmachtschwarten der Reisebegleiter waren allerdings nicht viel besser.
        Ich bin btw. sonst immer die, die unter schlimmen Flüchen für Übergepäck zahlen muß, weil ich viele Bücher mit auf Reisen nehme.

        Den 47 Affen werde ich gelegentlich nachgehen, klingt Spitze (Alkosnob hin oder her).

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        1. Diander Autor

          So deutsch-gründlich bin ich irgendwie nicht. Bücher haben maximal 50 Seiten, um mich für sich zu gewinnen – tun sie das nicht, fliegen sie in die Ecke.
          Da schließe ich mich mal der doimlinque-deutsch-Fraktion an, es ist mir schon zu oft passiert, dass die ersten Seiten zäh waren und sich das später noch entwickelt. Das einzige Buch, das kürzlich in der Ecke gelandet ist, war Don Quijote. Was aber nicht an der Geschichte an sich lag, sondern daran, dass es eine miese Übersetzung war. Davon wird demnächst eine andere Ausgabe neu besorgt und besser auf die Übersetzung geachtet. Wär ja wohl gelacht, das will ich dann schon wissen.

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          1. dame.von.welt

            es ist mir schon zu oft passiert, dass die ersten Seiten zäh waren und sich das später noch entwickelt

            Ja doch. Mir auch. Aber: es gibt bestimmte Zeiten für bestimmte Bücher, wo gar nix geht. Um mir diese Bücher nicht – nach guter alter Deutschunterrichtmanier – für andere Zeiten komplett zu verleiden, werfe ich sie lieber in die Ecke und versuche das später nochmal. Mitunter fange ich bei zähen Anfängen auch irgendwo später an. Ein Beispiel (mir fällt gerade kein anderes ein) ist das Glasperlenspiel von Hesse, bei dem ich (ungefähr im Interrail-Kafka-Alter) mehrfach am Vorspiel gescheitert bin, aber mit dem eigentlichen Beginn des Romans auf Seite 45 glücklich wurde.

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            1. Diander Autor

              Das Glasperlenspiel liegt auch noch mal wieder to read parat, dazu kann ich mich auch noch nicht aufraffen. Was ich allerdings bewundere, ist die Fähigkeit, sich Hörbücher reinzuziehen. Dazu fehlt mir irgendwie die Muße und der Umstand, dann nichts in den Händen zu halten, machts nicht besser. Was machen dann die armen, arbeitslosen Hände derweil? Ich kann ja nicht andauernd und stundenlang Teig kneten oder Gemüse schnippeln, Nachrichten surfen ist schlecht, gebügelt wird prinzipiell bei mir nicht und beim Stricken muss ich zählen und wie ein Schießhund aufpassen. Hörbuch und ich, das wird erkennbar längerfristig keine Liebesbeziehung.

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              1. dame.von.welt

                Bevor meine armen Hände arbeitslos wurden, übte ich einen Beruf aus, der neben denkerisch-planerisch anspruchsvollen Tätigkeiten vor allem repetitive körperliche Arbeit mit 105%-Konzentration beinhaltete, bei der mein armes Gehirn nur in Teilen gefordert wurde: der Beginn meiner Hörbuchvorliebe. Ganz nach kubanischem Vorbild: Zigarrendreherinnen haben oder hatten auch Vorleser.

                Ansonsten empfehlen sich Hörbücher besonders für lange Autofahrten, die eine sehr ähnliche Konzentration bei gleichzeitiger Hirnunterforderung abverlangen – ich finde es viel schöner und entspannender, 5 Cds lang Autobahn zu fahren als 650 Kilometer. Außerdem: Putzen, Kochen, Renovieren usw. und wenn ich mal nicht einschlafen kann. Sollte ich mal stinkend reich werden, könnte sich Rufus Beck gern um eine Lebensstellung als Vorleser bewerben – bis dahin muß ich mich mit Hörbüchern bescheiden.

                Tip: Mittelreich, geschrieben und gelesen von Josef Bierbichler. Der Mann: ein Tier. Das Hörbuch: ein 727-Minuten-Traum in Tüten. Das Buch ist selbstgelesen nur halb so großartig und es ist sogar sehr großartig, quasi örtlich und zeitlich eine Art Fortsetzung von ‚Das Leben meiner Mutter‘ von Oskar Maria Graf. Sehr bairisch, zero heimattümelnd.

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                1. doimlinque

                  ein 727-Minuten-Traum in Tüten

                  Das ist aber ein Mini-Tipp. Wie wäre es zu Abwechslung mit 3618 Minuten Krieg und Frieden, eingelesen von Ulrich Noethen…? Ich jedenfalls weiß, was ich zuerst retten werde, wenn das Haus in Flammen steht.

                  Neben Hörbüchern mag ich auch sehr gerne Hörspiele, wenn sie nicht soundtechnisch zu überfrachtet und oberambitioniert daherkommen, sondern sich auf die Dramatisierung des Stoffes konzentriert wird.

                  Und Kinderschallplatten!

                  Gruß, d.

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                  1. anchesa69

                    „…Ich jedenfalls weiß, was ich zuerst retten werde, wenn das Haus in Flammen steht….“
                    Na doch hoffentlich erstmal die Familie… ;-)

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        2. doimlinque

          Bücher haben maximal 50 Seiten, um mich für sich zu gewinnen – tun sie das nicht, fliegen sie in die Ecke.

          Das ist dieses Anspruchsdenken der jungen Leute – immer gleich alles einreißen, was länger als 140 Zeichen daherkommt und keine instant gratification verspricht. Und die Gesellschaft geht vor die Hunde! Wie wäre es stattdessen mit ein wenig Demut vor dem, was unsere Väter geleistet und aufgebaut haben…?

          Ja, nee, ich bin mir sicher, dass bei mir auch noch etwas jenseits der deutschen Gründlichkeit da hineinspielt. Irgendwie will ich doch immer wissen, wie eine Geschichte ausgeht. Die ganze Zeit überlege ich jetzt, welches Buch das letzte Mal vor seiner Zeit in meinen Händen gestorben ist, hmmm. Ich glaube das war ein Roman von Joseph Conrad. Oder irgend so ein skandinavischer Krimi, den ich dann absichtlich im Zug vergessen habe. Mit Krimis kann man mich inzwischen ohnehin jagen, wenn die so nullachtfuffzehn daherkommen.

          Kafka finde ich wie gesagt ganz groß in der kleinen Form, wenngleich ich jetzt gedacht habe, dass ich noch mal den Process lesen müsste.

          Gruß, d.

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          1. dame.von.welt

            Das ist dieses Anspruchsdenken der jungen Leute – immer gleich alles einreißen, was länger als 140 Zeichen daherkommt

            Ojeoje, sind die Augen in Ihrem methusalemischen Alter denn schon so schlecht geworden, daß 140 Zeichen im Großdruck auf 50 Seiten verteilt werden müssen? Womöglich sollten auch Sie die Anstellung eines Vorlesers überdenken?

            Die ganze Zeit überlege ich jetzt, welches Buch das letzte Mal vor seiner Zeit in meinen Händen gestorben ist, hmmm. Ich glaube das war ein Roman von Joseph Conrad.

            SehnSe? Durch das ‚Herz der Finsternis‘ habe ich mich tapfer durchgekämpft und das war hart, nämlich in unmittelbarer Nähe, im äußeren Südwesten von Tanzania.

            Kafka finde ich wie gesagt ganz groß in der kleinen Form

            Yes! Deswegen liebe ich z.B. ‚Die Verwandlung‘. Womöglich geht mir das ähnlich wie bei Monty Python: ich sehe mich außerstande, einen ganzen Film zu sehen, liebe aber den Flying Circus.

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            1. doimlinque

              Ojeoje, sind die Augen in Ihrem methusalemischen Alter denn schon so schlecht geworden, daß 140 Zeichen im Großdruck auf 50 Seiten verteilt werden müssen?

              Nein, deswegen hatte ich auch das Wörtchen länger eingefügt. Auf was für Gedanken Sie immer kommen, bei mir reichen schon 30 Seiten locker für 140 Zeichen.

              Womöglich sollten auch Sie die Anstellung eines Vorlesers überdenken?

              Alles, so lange es nicht Rufus Beck ist. Oder Herr Beck unterzieht sich vorher einigen kleinen Schönheitsoperationen. Mann lebt ja nicht nur vom Ohr allein. Aber Becks Momo ist grandios, das stimmt schon.

              Gruß, d.

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            2. doimlinque

              Ach so, und der Conrad. Herz der Finsternis fand ich glaube ich noch gar nicht so schlimm, jedenfalls tausendmal besser als Apocalypse Now (wenn Krieg so grauenvoll ist, dann geh halt nicht hin, Du Penner!). Nee, Nostromo heißt das Ding, setzt immer noch fleißig Staub an im Regal und erinnert mich so an die eigene Fehlbarkeit.
              Ich habe jetzt noch einmal schnell gegooglemapt, Tansania scheint mir wirklich nur einen Katzensprung entfernt zu sein vom unteren Congo River. Wie Arnhem ja auch ein Vorort von Kasan an der Wolga ist :-)

              Gruß, d.

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              1. dame.von.welt

                setzt immer noch fleißig Staub an im Regal und erinnert mich so an die eigene Fehlbarkeit.

                Autoren fehlen ebensowenig wie N**** mit Gazelle im Regen nie zagen? Mir erschiene das als eine Art intellektueller Masochismus, die eigene Fehlbarkeit hin oder her.

                Ich habe jetzt noch einmal schnell gegooglemapt, Tansania scheint mir wirklich nur einen Katzensprung entfernt zu sein vom unteren Congo River. Wie Arnhem ja auch ein Vorort von Kasan an der Wolga ist :-)

                Hm, war mißverständlich. Ich habe ‚Herz der Finsternis‘ während einer Reise auf der Tippu-Tip-Route von Sansibar/Bagamoyo/Daresalaam zum Lake Tanganijka (ging von dort weiter zum Kongo-Fluß) gelesen, wo es prächtige Alleen aus riesigen Mangobäumen und große Baobabs gibt und hatte eins meiner vielen Afrikamißverständnisse: ich war völlig hin und weg von der Schönheit der Landschaft, der Mango-Alleen und der Baobabs, bis mein britisch-stämmiger Reisegefährte trocken erklärte, daß die Sklaven, beladen mit Elfenbein, auf dem etwa 3monatigen Marsch von See bis Küste ausschließlich von Mangos ernährt wurden („to make their skin pretty and shiny„) und bei Unbotmäßigkeit in alten hohlen Baobabs zurückgelassen wurden (in denen eine extrem üble Sorte Ameisen haust, die in kurzer Zeit nur Gerippe zurücklassen).

                Alles, so lange es nicht Rufus Beck ist. Oder Herr Beck unterzieht sich vorher einigen kleinen Schönheitsoperationen. Mann lebt ja nicht nur vom Ohr allein. Aber Becks Momo ist grandios, das stimmt schon.

                Und erst die Lesungen sämtlicher John-Irving-Romane! Ich war ja vorher sicher, daß ich ‚Hotel New Hampshire‘ und ‚Garp‘ vorwärts und rückwärts auswendig kann, war falsch. Das ist ein zweiter Punkt, den ich an Hörbüchern so interessant finde: ich entdecke eigentlich immer Nuancen der Bücher, die mir aus seltsamen Gründen beim Lesen komplett entgangen sind.

                Öhm, irgendwie sind wir vom Kafka-Thema jetzt seeehr weit abgekommen – ich verkrümele mich lieber mal, weil: ich bin’s in Schuld!

                Zum Abschied aber noch einen Hörspiel-Tip (bei Hörspielen bin ich eher skeptisch, weil meistens lausige Dramaturgie, Sprecher, Musik): Orlando Furioso, fand ich groß.

                Danke für den schönen Blog und das angenehme Geplauder…;-)…

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                1. Diander Autor

                  Öhm, irgendwie sind wir vom Kafka-Thema jetzt seeehr weit abgekommen – ich verkrümele mich lieber mal, weil: ich bin’s in Schuld!

                  Also bitte, dieser Blog hier ist ausdrücklich zum Plaudern und Diskutieren und Kommentieren angelegt, Plaudertaschen, die die Weinbeeren selber sind. Ich/wir alle (behaupt ich jetzt mal) freuen uns doch, wenn wir hier auch vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen. Unsere Blogs/Gespräche sind ja selten fertig und abschließend, sondern enden ja meist nur vorläufig, weil wir vom Alkohol ermattet sind :), die Weiterführung kommt dann halt im Thread. Zur Not wir Weinbeeren selber, besser mit Input von anderen. Ich persönlich finde das auch– in Abweichung zur Kultur bei wordpress, einfach nur schnell über den Reader Blogs zu überfliegen und zu liken oder auch nicht – sehr angenehm.

                  Danke für den schönen Blog und das angenehme Geplauder…;-)…
                  Wir haben zu danken für die Einwürfe und die Ergänzungen, die wir promillebedingt so nicht hingebracht haben…;)…

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  3. dame.von.welt

    Die Illustrationen sind wie immer Eigengedöns.

    Ich fasse es nicht, wie wenig in diesem Blog die eigenen Zeichnungen, Kolorationen, Linolschnitte, Aquarelle, Einzel-, Gemeinschafts- und Stille-Post-Kunstwerke wertgeschätzt werden! ‚Eigengedöns‘, also wirklich – so eine Preisklasse an Licht-unter-den-Scheffel-stellen gehört echt verboten!

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    1. Diander Autor

      Ich fasse es nicht, wie wenig in diesem Blog die eigenen Zeichnungen, Kolorationen, Linolschnitte, Aquarelle, Einzel-, Gemeinschafts- und Stille-Post-Kunstwerke wertgeschätzt werden!
      Wiesoho? Wurde doch eben gerade wertgeschätzt *Augenklimper* Ernsthaft, sänkju for wertschätzing!

      ‘Eigengedöns’, also wirklich – so eine Preisklasse an Licht-unter-den-Scheffel-stellen gehört echt verboten!
      Was viele nicht wissen: Weinbeeren sind von Haus aus eher schüchtern!

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      1. dame.von.welt

        Was viele nicht wissen: Weinbeeren sind von Haus aus eher schüchtern!

        Hm, so etwas Ähnliches hatte ich mir schon gedacht^^
        Zuletzt, als ich nach x Jahren als Weinbeeren-Groupie rein zufällig und am Rande erfuhr, daß viele der Bilder extrem aufwändige Gemeinschaftsarbeiten sind.

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        1. Diander Autor

          …daß viele der Bilder extrem aufwändige Gemeinschaftsarbeiten sind.
          Das war vor allem bei „Geronimo“ so. Ich habe gerade gesehen, weil ich den Link hierher kopieren wollte, dass der Freitag jetzt auch die Bilder in den Blogs selber getötet hat, nur noch die Links sind da. Rasenmäher, obwohl es unser eigener Content in einem extra dafür eingerichteten und benannten Weinbeeren Account war. Keine Urheberrechtsverletzung, nirgendwo. Hachja. Wurde Zeit, uns hierher zu retten.

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          1. dame.von.welt

            Rasenmäher, obwohl es unser eigener Content in einem extra dafür eingerichteten und benannten Weinbeeren Account war. Keine Urheberrechtsverletzung, nirgendwo. Hachja. Wurde Zeit, uns hierher zu retten.

            Die Respektlosigkeit, mit der Der Freitag mit Nutzerkontent umgeht, geht wirklich auf keine Kuhhaut, die sind neben dem Kopf auch noch blöd, kopfschüttel.

            Wie wär’s mit der Reanimierung von Geronimo hier? Ich sähe mir die 5 Kapitel liebend gern nochmal und nochmal an. Es wäre zu schade, sie nur als Bleiwüste und nur beim Freitag stehen zu lassen.

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            1. Diander Autor

              Wie wär’s mit der Reanimierung von Geronimo hier? Ich sähe mir die 5 Kapitel liebend gern nochmal und nochmal an. Es wäre zu schade, sie nur als Bleiwüste und nur beim Freitag stehen zu lassen.
              Ach, ich weiß nicht, eigentlich ist es ja Zeuch von gestern, und sollte damals ein Weihnachtsgeschenk an die FC sein, nicht mehr und nicht weniger. Und richtig weg ist es ja nicht, nur halt verunstaltet. Lieber mal wieder was neues, anderes. Mal sehen, was die anderen beiden dazu sagen…

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          2. anchesa69

            Echt? Der Hammer. Ich fürchte, der Freitag ist da auf einem extremen Irrpfad. Mit dem Ergebnis, das die Besten verschwinden. Ob das wirklich so gewollt ist?

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          3. justrecently

            dass der Freitag jetzt auch die Bilder in den Blogs selber getötet hat, nur noch die Links sind da.

            Stimmt. Da fiel mir auch das Bier aus der Hand.

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            1. Diander Autor

              Die Bilder sind ja wenigstens noch woanders vorhanden, aber ein verschüttetes Bier ist irreversibel. Ewig schade drum, was alles auf DFs Kappe geht, Mannomann.

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              1. justrecently

                Ganz unter uns, es war ein schlechtes Bier aus der Hauptstadt, und wenn der „Freitag“ es nicht aufgewischt hat, übelriecht es dort noch heute.
                Manchmal gibt es eben doch Gerechtigkeit.

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                1. Diander Autor

                  :)))))

                  Im Ernst: Ich bin ja weder endgültig aus dem Freitag gegangen, geschweige denn direkt im persönlichen Zorn. Allerdings mit Kritik an einigen Tendenzen und Vorkommnissen. Aber diese Bilder-Nummer ist natürlich schon so eine Sache. Ich habe zwar mitbekommen, dass Bilderlöschungen kommen sollten und auch warum, aber der Rasenmäher ist schon brachial. Wenn in die Technik für die FC etwas mehr (wo)manpower gesteckt würde, könnte man das vielleicht auch eleganter lösen und ein paar rechtmäßig wachsende Gänseblümchen stehen lassen. So jedenfalls ist es dort nach Weinbeeren-Manier und mit eigenen Illustrationen kein geeigneter Platz mehr.

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                  1. justrecently

                    Nein, ich bin auch nicht im Zorn – ich bin nicht mal im Clinch mit Freitag/FC. Aber ich habe loslassend (das Bier) begriffen, dass es mit der Bloggerherrlichkeit dort ganz schnell vorbei sein kann. (Und da man nicht weiß, ob z. B. Mopperkopp ganz außer sich war und himself den Stecker gezogen hat oder ob der Stecker gezogen wurde, erscheint mir etwas Skepsis re future umso angebrachter. Ich blogge also nicht mehr einfach aus Spaß an der Freud‘, sondern in erster Linie, um etwas Einfluss zu nehmen.

                    Also keine Artikel und Buchauszüge von bleibendem Wert mehr. Bzw. höchstens aus Versehen. Wer kann schon so ganz aus seiner Haut?

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                    1. justrecently

                      Jakob Augstein →schrieb vor sieben Jahren, es gebe

                      Netznomaden, die weiterziehen wenn die Steppe abgegrast ist. Und es gibt andere, die bleiben und Zisternen graben. Netznomanden werden keine Städte bauen. Wir wollen eine Stadt bauen.

                      Und ich → schrieb nach zweijähriger FC-Bloggerei in einem DvW-Thread:

                      Was ich bisher an dieser Plattform schätzte, war die relative Gleichbehandlung der Blogs und eine von Einzelfällen abgesehen recht tolerante Moderation. Bleibt es dabei, ist das gut. Wenn nicht, zieht mein Planwagen weiter.
                      Ich bohre gerne Brunnen. Ich lege allerdings Wert darauf zu wissen, für wen oder für was ich das mache.

                      Den → Beitrag Janto Bans & Thread hatte ich gelesen.

                      Mit Einfluss meine ich etwas relativ Konkretes: Themen behandeln, die in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleiben, wie z. B. der demokratische Übergang von KMT- zu DPP-Mehrheiten in Taiwan. Das wäre in den nächsten Tagen mal wieder dran. Und es wird ja von ein paar Lesern mehr zur Kenntnis genommen, als wenn ich das „nur“ auf WordPress schreibe.

                      Ansonsten bin ich einfach ein bisschen gespannt: irgend etwas muss sich die Freitag GmbH & Co. KG ja bei dem denken, was sie gerade macht. Und es kann ja sein, dass staatstragende Besinnungsaufsätze just das sind, was der linksliberale Mainstream will – und das einzige, womit sich für den Verlag eine schwarze Null oder mehr erreichen lässt.

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                    2. Diander Autor

                      Zuerst mal sorry für die späte Antwort, das analoge Leben bot zwischendrin ein paar aufregende Tage…

                      Mit Einfluss meine ich etwas relativ Konkretes: Themen behandeln, die in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet bleiben, wie z. B. der demokratische Übergang von KMT- zu DPP-Mehrheiten in Taiwan. Das wäre in den nächsten Tagen mal wieder dran. Und es wird ja von ein paar Lesern mehr zur Kenntnis genommen, als wenn ich das „nur“ auf WordPress schreibe.

                      Ich hatte das schon so verstanden, und das finde ich auch spannend. Die Amateur-Bloggerei ist ja etwas sehr individuelles, in der es möglich ist, den eigenen Vorlieben zu frönen. Wenn es nach meinem Geschmack geht, dann auch vor allem mit den eher unbeachteten, bestenfalls noch mit persönlichem Herzblut angereicherten Texten. Wobei sich bei unserer (Weinbeeren)Themenwahl der „Einfluss“ imo in Grenzen hält – im Vergleich zu Entwicklungen in Taiwan u.ä…Tatsächlich bietet eine größere Community den Vorteil, dass a) die eigenen Texte besser ergänzt, zerklaubt und was auch immer werden, was ich bereichernd finde, selbst bei Kritik. Und b) natürlich eine größere Verbreitung finden. Insofern war dF natürlich eine prima Basisstation, aber geht in unserer Weinbeeren-Konstellation halt einfach nicht mehr. Zumal unsere Nische, z.B. mit eigenem Gepinselten die Texte zu unterbauen, mittlerweile im dF technisch nicht mehr möglich wäre. Um nun auf 2 Hochzeiten zu tanzen, fehlt mir ein wenig die Zeit, ergo Schwerpunkt eher hier.

                      P.S. Den Einwurf in DvWs Thread hatte ich damals gelesen, Zustimmung!

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  4. anchesa69

    Gestern gelesen, ein schöner Abschluß – ein Zitat von Kafka :

    Im Kampf eines Mannes gegen die Welt setz auf die Welt.

    (Im Prinzip die Kurzzusammenfassung des Schlosses.)

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  5. Pingback: Zusammenfassung – then they took berlin

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