Green light

Gib mir die Hand, ich bau‘ dir ein Schloss aus Sand. Der Stoff, aus dem die Träume sind, war schon immer für eine Erzählung gut, und Der große Gatsby von F. Scott Fitzgerald ist hierfür ein, wenn nicht das Paradebeispiel. Wir schreiben den Frühsommer 1922 und der Erzähler des Romans, Nick Carraway, zieht aus dem piefigen Midwest nach New York, um dort mit den großen Jungs zu spielen.

Onkel Jays HütteEr mietet sich in einem bescheidenen Häuschen in West Egg auf Long Island ein, wenige Meilen vor der Stadt, die niemals schläft. Die West Egger sind durchweg neureiche Aufsteigertypen, wilde Flapper und Playboys, die sich gegenseitig mit protzigen Heimstätten zu überbieten versuchen. Alle gemeinsam träumen sie von East Egg, das auf der anderen Seite der kleinen Bucht liegt und von wo die altehrwürdige Geldaristokratie auf alles und jeden herabblickt. Jay Gatsby, der Tür an Tür mit Nick residiert, tritt noch eine Schippe protziger und zugleich verträumter auf als alle anderen zusammen. Legendär sind die Parties in seinem neogotischen Palast, fantastisch die Gerüchte, die sich um die Herkunft seines gewaltigen Vermögens ranken.

Zu gleichen Teilen befremdet und fasziniert vom „großen Gatsby“ wird Nick mit Voranschreiten des Sommers stets mehr in dessen Welt gezogen, wobei ihm seine alten East Egg-Connections zugutekommen. Tom Buchanan ist ein alter Yale-Spezl, der obendrein mit Nicks Cousine Daisy verheiratet ist. Es beginnt ein schöner Ringelreihen: Während Nick mit Daisys Freundin Jordan Baker anbandelt und Tom seine Affäre mit einer Tankstellenschönheit pflegt, nimmt Gatsbys Schmachten für Daisy eine immer größere Rolle im Roman ein. Es stellt sich heraus, dass die beiden in einem früheren Leben, vor dem Krieg und in Louisville, einander versprochen waren. Aber die Seifenblase platzte, denn Gatsby war noch nicht groß, damals, und nach einigem Zögern nahm die verwöhnte Daisy die Abzweigung unter die großbürgerliche Haube, während Gatsby in die Schützengräben in Frankreich abkommandiert wurde.

Alles, was Gatsby seither getan hat, steht im Schatten dieser Zurückweisung. Mit Hilfe zweifelhafter Partner und durch dunkle Machenschaften häuft er zurück in den Staaten seinerseits ein Vermögen an und legt sich buchstäblich ein neues Leben zurecht – als „großer Gatsby“, die menschgewordene Verkörperung des amerikanischen Traums, surfend auf der Welle der roaring twenties. Im Innern aber bleibt er ein kleiner Junge aus dem Midwest, der sich danach sehnt, gemeinsam mit Daisy dem Sonnenuntergang entgegenzureiten. Alas, es soll nicht sein!

Via Nick bandeln Gatsby und Daisy zwar wieder miteinander an und zeigt sich die Holde auch schwer beeindruckt von Gatsbys Tafelsilber. So sehr, dass sie einwilligt, gemeinsam die Flatter zu machen. Beim großen Showdown aber, als Gatsby und Tom sich in der drückenden Sommerhitze in einer Nobelsuite in Manhattan einander die Stirn bieten, knickt sie ein und lässt Gatsby konsterniert allein stehen. Eine noch deutlich tragischere Wendung nehmen die Dinge auf der Rückfahrt nach Long Island. Gatsby und Daisy, die in Gatsbys Wagen vorfahren, rammen versehentlich Toms Mätresse Myrtle, die unversehens auf die Straße rennt und unter die Räder kommt. Daisy saß am Steuer, aber Jay nimmt – Ehrensache – die Schuld auf sich. Es folgt noch ein wenig hektisch-verzweifeltes Hin und Her, am nächsten Tag aber fällt schließlich der Vorhang. Myrtles Ehemann, von Tom auf die Fährte gesetzt, findet den Weg zu Gatsbys bescheidener Hütte, erschießt den im Swimming Pool Planschenden und richtet die Waffe anschließend gegen sich selbst. Der große Gatsby ist nicht mehr.

Tom und Daisy reisen unvermittelt ab, Gatsbys frühere Geschäftspartner sagen sich von ihm los und von den Leuten, die zu hunderten seine Parties bevölkerten, will sich niemand seiner erinnern. Die Elegie endet mit einer unsagbar tristen Bestattung. Nick selbst, der Gatsby die Treue gehalten hatte, kehrt anschließend der Ostküste den Rücken und wankt heim zu den Weizenfeldern des mittleren Westens, wo er sich reichlich desillusioniert daran macht, die Geschichte Gatsbys niederzuschreiben.

Die Weinbeeren sind untröstlich, erinnern sich aber an jene Sentenz des unsterblichen Stoikers Seneca: “Auch wenn allen, die mit dir lebten, der Neid Schweigen auferlegt hat, so werden doch Leute kommen, die ohne Missgunst und ohne Gunst sachlich urteilen. “And so castles made of sand, fall in the sea, eventually.“

 

doimlinque: Niederländische Standardfrage: Wat zullen wij drinken?

Anchesa: Ich hab wieder mal ein Rotkäppchen geköpft.

Diander: Oh wie grausam! Das arme Rotkäppchen… Ich bitte as usual Weißweinschorle.

doimlinque: Mir ein Kölsch, auch wenn beim heutigen Roman Champagner sicher angebrachter wäre.

Anchesa: Märchen sind doch grausam, Di. Da bin ich mit dem Rotkäppchen ja noch am nächsten am Roman geblieben.

Diander: Also gut, aber dann wenigstens im Champagnerkelch. So viel Stil muss sein.

Anchesa: Sowieso. Dann mal „Auf unseren Gatsby“!

Cheerio, old sport, die Weinbeeren lassen die Gläser klingen.

doimlinque: Ich muss zugeben, dass ich mich fast ein wenig scheue, loszulegen: Das ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher, jedes Rumdeuteln und Ausklamüsern ist da irgendwie ein kleiner Akt der Blasphemie. Aber gut, Opfer wollen gebracht werden. Meine Daumen gehen also hoch.

Diander: Ich schließe mich an, ich liebe das Buch auch sehr. Das erste Mal, dass ich es gelesen habe, war allerdings auf Englisch, und das fiel mir in diesem Fall sehr schwer. Ich bin zwar englische Bücher durchaus gewöhnt, in diesem Fall fand ich es aber sehr anstrengend. So habe ich mir noch einmal die deutsche Übersetzung geholt, und danach nochmal im Original, dann ging es besser.

Anchesa: Ich hab es ja das erste Mal gelesen und ich muss sagen, es hat was. Ich hab es sehr gern gelesen, ich glaub, das lag zum Großteil an der Ich-Form, in der es geschrieben war. Irgendwie wie eine Erzählung unter Freunden oder so. Wann habt ihr es denn zuletzt gelesen und hatte es da den selben Eindruck auf Euch oder hat der sich verändert?

doimlinque: Öhm, abgesehen vom allerletzten Mal, nämlich vor drei Wochen oder so, weiß ich das glaube ich gar nicht mehr genau, wann das war. Schon eine Weile her. Sicher ist aber, dass jede Lektürerunde anders ist, im Gatsby-Fall wird das Buch für mich immer komplexer (besser: reichhaltiger). Ich entdecke einfach immer neue, kleine Elemente unterhalb der Storyoberfläche oder stelle wieder neue Querverbindungen her. Ist ein großer Spaß und mit Sicherheit war das jetzt nicht mein letztes Treffen mit Gatsby.

Diander: Ich habe es jetzt innerhalb von ungefähr 2 Monaten einmal englisch und einmal deutsch gelesen und finde auch immer neue Aspekte. Was mir jetzt besonders auffiel, als ich mir parallel drei unterschiedliche Verfilmungen dazu angesehen habe und dann immer wieder aufs Buch zurück kam und aus den Filmen heraus unterschiedliche Aspekte erkannt habe. Ein kleines Beispiel, weil Du, Anchesa, den Erzähler ansprichst. Das fiel mir zu Beginn gar nicht so auf, welch raffinierter Kniff von Fitzgerald das ist. Diesen Nick Carraway die Geschichte einerseits intim, andererseits nie ganz mit allem Wissen und allen Details erzählen zu lassen. Erzeugt einerseits eine Nähe und Verstehen von Gatsby, andererseits bleibt ein Rest von Ungewissheit.

doimlinque: Und – beinahe schon postmodern – flicht Fitzgerald immer so kleine Reflexionen darüber ein, wie man eine solche Geschichte ‚richtig‘ erzählen muss/soll/kann. Mag ich auch sehr gerne. Außerdem ist so ein Ich-Erzähler latürnich immer ein klassischer Wackelkandidat, wenn es um Fragen der Objektivität geht. Das macht das Nachdenken über Gatsby und alle anderen Handelnden noch einmal ein wenig spannender.

Diander: Schön gesagt, genau das meinte ich.

Anchesa: Irgendwie holt er durch diese Art der Erzählung den Leser mit ins Boot. Man kann sich dem gar nicht entziehen, aber wahrscheinlich hat jeder eine andere „Lieblingsfigur“ dabei, oder?

doimlinque: Möglich. Oder es ändert sich mit der Zeit. Was ich jedenfalls noch anfügen wollte und was wenigstens halb mit der Stimme des Erzählers zu tun hat, ist die Sprache des Buchs, der Ton. Finde ich nämlich ganz großartig, auch wenn es kein bisschen so klingt, wie gesprochene Sprache (im Sinne eines alten Seebären, der hier sein Garn spinnt). Ist einfach sehr schönes Englisch. Zur Übersetzung kann ich nichts sagen.

Diander: Echt, Anchesa, welche Lieblingsfigur hattest Du denn? So viele reizende Typen stehen ja nicht zur Auswahl?

doimlinque: Als Ostsozialisierte steht sie natürlich Tom, dem Materialisten am nächsten.

Anchesa: Wie recht Du wieder hast. Aber eine riesige Spur Mitleid ist da eher am Platze. Gern hab ich Nick gelesen, auch wenn er so einige negative Eigenheiten hat. Aber einige der anderen Figuren find ich zwar interessant, aber eher negativ anziehend.

doimlinque: Ich bin mir übrigens gar nicht sicher, ob ich da jetzt bewusst eine Lieblingsfigur hatte. Wenn, dann geht die Tendenz ganz klar Richtung West Egg. Gatsby, und vielleicht auch Nick, haben definitiv mehr Seele, als die alteingesessenen East Egger.

Diander: Definitiv, von diesen alten East-Snobs könnte ich jetzt keinen herausheben. Auf jeden Fall Gatsby, schließlich träumt jede Frau davon, einmal im Leben so angeschaut zu werden, nicht wahr? Nein im Ernst, er hat fast alles, was einem das Herz brechen kann, Enigma, Mythos, Leidenschaft, haaaach.

doimlinque: Wie schaut er die Frauen denn an? Wie ein Hündchen? Oder wie Bambi?

Anchesa: Eher wie ein waidwundes Reh. Angeschossen. Aber West- und East-Egger sind doch alle nicht wirklich. Der Roman lebt doch davon, dass eigentlich alle Mid-Westler sind, oder?

Diander: Das war natürlich ein Zitat über den Blick, den er Daisy zuwarf.

doimlinque: Das hätte ich jetzt auch gesagt….

Diander: Also bitte, nachlesbar. Aber schön ist es schon, gell. Doppelhach.

Young and Beautiful

Waidwundesr Reh Esel meets Schnepfe Flamingo…

doimlinque: Ja, naja. Vor allem ist es doch interessant, dass so einer von so einer schwärmt, gell? Ich meine, so ganz in der Wirklichkeit ist die Faszination für Daisy und das Leben, für das sie steht, doch nicht. Und gleichzeitig ist ein Gatsby womöglich von sich aus der viel spannendere Charakter. Trotzdem will er so sein wie die East Egger.

Anchesa: Also, wenn mich jemand so anschauen würde, ich wär erstmal skeptisch. Der führt doch garantiert was im Schilde. Ich denke übrigens, Gatsby war gar nicht soooo sehr in Daisy verliebt. Er hat vielleicht damals beim Kennenlernen eher ihre soziale Stellung gesehen und sich dann im Laufe der Jahre hineingesteigert. Von wegen „Das Unerreichbare“ und so.

doimlinque: Absolut. Deswegen ist dieses grüne Signallicht, das Gatsby nachts schwärmerisch anstarrt, so ein schönes Symbol. Wie ein Stern, schön aber eben unerreichbar und deswegen ein wenig irreal.

Diander: Natürlich jagt er einem Ideal nach. Dieses grüne Licht fand ich auch sehr bemerkenswert, er merkt selber ein wenig nach dem ersten Wiedersehen:

„Vielleicht dämmerte ihm, dass die ungeheure Bedeutung dieses Lichts jetzt für immer dahin war. Gemessen an der enormen Distanz, die ihn von Daisy getrennt hatte, war das Licht ihr so nah gewesen, dass es sie fast zu berühren schien; es schien ihr so nah zu sein wie ein Stern dem Mond: Jetzt hatte es sich in ein grünes Licht an einem Steg zurückverwandelt. Seine Sammlung verzauberter Gegenstände war um ein Stück kleiner geworden.“

„Possibly it had occurred to him that the colossal significance of that light had now vanished forever. Compared to the great distance that had separated him from Daisy it had seemed very near to her, almost touching her. It had seemed as close as a star to the moon. Now it was again a green light on a dock. His count of enchanted objects had diminished by one.“

doimlinque: In jedem Fall gibt es Stellen, an denen deutlich wird, dass Gatsby sich schon darüber im Klaren ist, dass er da einem Gespenst hinterherjagt. So kleine Momente der aufrichtigen Selbstanalyse. Trotzdem träumt er weiter, was ihn freilich nicht unsympathischer macht. Eher tragisch. So oder so passt Gatsby finde ich nicht so ganz in das Leben, das er für sich selbst aufgebaut hat. Weil es eben zu sehr auf East Egg macht, obwohl das nicht in ihm drin steckt. Platt gesagt. Und das macht ihn dann auch angreifbar, oder verletzlich.

Anchesa: Tragisch ist das richtige Wort. Wie könnte jemand auch in so eine selbsterfundene Welt hineinpassen, in der alles darauf ausgerichtet ist, dass man reich wird, um seiner Angebeteten zu imponieren und sie heimzuführen. Er wusste ja beim Kennenlernen, dass er arm ist und ihr so nichts bieten konnte. Deshalb bat er sie ja zu warten. Und dann kommt er wieder und sie heiratet nen reichen Typen. Da hatte er ja nur die Chance, noch reicher zu werden. Er kauft dieses Haus ihr gegenüber. Gibt Partys, um die richtigen Leute auszufragen über Daisy…

Diander: Er erkennt auch selber, dass sie eigentlich eine materialistische Schnepfe ist, „Ihre Stimme klingt nach Geld“. Aber nochmal zurück zu den Protagonisten, die Gemeinsamkeiten der Midwestler halten sich doch arg in Grenzen. Was mir beim letzten Lesen noch in den Sinn kam, dass tatsächlich die dramatischsten Dinge den Parvenues von West Egg durch die East Egger angetan wurden. Eine Gemeinsamkeit zwischen Gatsby, Myrtle Wilson und ihrem Ehemann. Alle drei irgendwie Emporkömmlinge, Gatsby durch Geld, Myrtle durch ihre Liaison, und ihr Mann in der Konsequenz auch, finden schlussendlich den Tod durch Verwechslung, Intrigen und angezettelte Machenschaften des „alten Geldes“. Hat irgendwie was Sozialkritisches.

doimlinque: Ist immerhin ein interessanter Aspekt, ja. Diese uramerikanische Figur des Self-made man, der sich an den Zäunen, die der Geldadel errichtet hat, die Zähne ausbeißt. So viel zum American Dream.

yellow car

American Dream: Schicke Karren, duftige Vorhänge und immer einen Cocktail in der Hand, so sind sie, die East Egger….

Anchesa: Wie fandet ihr denn die Jordan? Auch so oberflächlich und egoistisch wie ich sie fand?

doimlinque: Toll! Diese Blicke, die sie den Männern zugeworfen hat. Haaach…

Diander: Und diese muskulösen Oberarme!

doimlinque: Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr…

Anchesa: Aha, sie weckt den Tiger in Dir. Aber mir fällt grad ein, wir haben noch gar nicht unsere Standardfrage geklärt. Welche Ausgabe habt ihr denn vor euch?

Diander: Einmal den original englischen Text und dann eine neuere Übersetzung von Bettina Abarbanell.

doimlinque: Ich habe ein Taschenbuch von Penguin aus dem Jahr 1990, mit hübschem Cover, das ein Titelbild von der Vogue aus den 1920ern ziert: Ein Pärchen in Swimsuits, die gen Horizont blicken. Ist schon ein bisschen abgegriffen, definitiv ein West Egg-Buch.

Anchesa: Ich hab den Gatsby aus der Bibliothek der Süddeutschen Zeitung. Die haben ja 2004 ein paar echt schöne Klassiker nochmals unter die Leute gebracht.

Diander: Ach ja, diese herrlichen Badeanzüge für Männer. Das war ja eine der Gemeinsamkeiten, die in allen 3 Verfilmungen zu bewundern waren, wenn ich mich recht entsinne zweimal quergestreift und einmal uni.

Anchesa: Ich muss sagen, von den Verfilmungen hat mir die von 2000 am besten gefallen, nicht nur, weil es eine BBC-Verfilmung war (auf die ich ja bekanntlich absolut stehe), sondern ich fand auch in dieser die Figuren am besten getroffen. Vor allem den Gatsby und den Tom. Wohingegen in der 1974er mit Robert Redford für mich die Atmosphäre und die Gegebenheiten in der Zeit damals am besten rüberkamen. Die neueste Verfilmung war mir zu… neu. Man merkte ihr irgendwie an, dass sie jetzt grad erst verfilmt wurde und das hat dem Stoff geschadet, finde ich.

doimlinque: Ich erinnere mich übrigens auch noch an eine Version aus den 1940ern (in meiner Jugend). Die hat aber das Problem, das sie in schwarz-weiß daherkommt, was ich normalerweise sehr mag, hier aber geht da ganz viel verloren. Das ganze Blingbling und nicht zuletzt die Farbsymbolik blau vs. gelb. Naja. Ansonsten: Ach ja… Ich bin da ein wenig leidenschaftslos, stelle ich fest. Nette Filmchen, alles, aber in diesem Fall reichen die alle nicht annähernd an das Buch heran. Leos Fassung ist sehr chic und so hyperrealistisch, ja, vermutlich hat man sich gedacht, dass Menschen im 21. Jahrhundert mit einem einfachen Bild der 1920er nicht mehr zu beeindrucken wären. Ceterum censeo: Robert Redford ist sooo viel sexier als Leo DiCaprio.

Diander: Lustig, dass Du die Farben ansprichst, ich finde die Unterschiedlichkeit in der grundsätzlichen Farbgebung nämlich auffällig. Der 74er Film janz in dezent pastell, die englische Ausgabe mehr so in schlammbraun und die neue Fassung bonbonfarben. Ich wage mal eine Abstufung meiner Einschätzung erstmal an der Besetzung des Gatsby. Obwohl ich dachte, dass Robert Redford eigentlich nicht topbar in der Rolle wäre, fand ich den DiCaprio als Gatsby her.vor.ra.gend. Hätte nicht gedacht, dass mir das mal über die Lippen kommt. Er verleiht ihm für mein Gefühl wesentlich mehr Sehnsucht und Verletzlichkeit. Enttäuscht war ich in diesem Punkt von der BBC-Version, da erschien mir Gatsby eher wie eine Grinsekatze ohne die Zartheit, die DiCaprio schafft. Ansonsten fand ich bei der neuesten Verfilmung noch gut, dass für Nick Carraway der Kniff gefunden wurde, die Geschichte für einen Psychiater aufzuschreiben, das fand ich im Hinblick auf seine Erzählerrolle im Buch, die ohne Trick schwer verfilmbar ist, einigermaßen gerissen.

doimlinque: Bei der BBC fehlte auch dieser Hundeblick.

Anchesa: Stimmt Di, diesen Trick der Filmemacher fand ich auch klasse, das hat die Story noch besser rübergebracht.

doimlinque: Ich fand insgesamt, dass sich die Filme schwer damit getan haben, die ruhigen Zwischentöne, die das Buch neben all dem grellen Prunk auch kennt, zu transportieren. Andererseits ist der Plot so simpel und zwingend, dass vermutlich noch die blödeste Adaption einigermaßen vorzeigbar wäre.

Anchesa: Hast recht. Ein gutes Buch ist immer besser als jede Verfilmung dazu. Zusammenfasend kann ich sagen, das Buch hat mir so gut gefallen, weil irgendwie alles drin war, Liebe, Wut, Hass, Gleichgültigkeit, der Tod und auch Humor. Ich denke da an die Szene in der Bibliothek, die ich klasse fand, als der Besucher der Party erstaunt feststellte, das die Bücher ja alle „echt“ seien.

Diander: Sind wir schon durch mit den Filmen? Was ist mit den anderen Figuren? Ich will auch noch sagen, dass ich die letzte Fassung nicht im Kino gesehen habe, was das 3D Gedöns dabei soll, ist mir schleierhaft und Gottseidank erspart geblieben. Überflüssig wie ein Kropf in diesem Fall und die pure Technikverliebtheit, die ich an dieser Stelle deplatziert finde. Nichts gegen neue, moderne Verfilmungen, die andere Schwerpunkte setzen. Das war z.B. die Musik, die Untermalung statt mit Jazz oder Geigengefiedel mit Hiphop, kann man versuchen.

Anchesa: Kann man, muss man aber nicht. Ich fand die 2013er auch zu modern, irgendwie konnten sie es nicht lassen, ihr vieles Hollywood-Gehabe einzubringen. Du hast nach den anderen Figuren gefragt, ich fand ja den Nick in allen Fassungen recht gut getroffen, den „Spiderman“ hätt ich da gar nicht erwartet. Aber die Jordan und auch die Daisy fand ich bei der BBC am besten getroffen.

doimlinque: Zu modern, aha. Ihr klingt wie zwei knöchrige East Eggerinnen, denen die Felle davonschwimmen. Ausprobieren muss erlaubt sein, finde ich. Das wäre also das Letzte, was ich der neuen Fassung vorwerfen würde. Aber gut…

Diander: Da hast Du mich jetzt missverstanden, ich habe nur 3D kritisiert, den Rest fand ich nicht schlecht, siehe Musik, siehe DiCaprio. Ich finde ebenso, dass ein Remake durchaus was wagen darf, sonst wäre es überflüssig. Zustimmung Anchesa, zu den Besetzungen von Carraway, mit wenigen Schwankungen gelungen. Über wen wir am wenigsten bisher parliert haben, ist Tom, den Nazi-Schnösel. Auch eine relativ gelungene Besetzung allüberall. Das ist ja generell der pure Widerling, der sich am Schluss auch noch vom Ehebrecher zum vorgeblichen Tugendbolzen wandelt. Boah, nee.

Anchesa: Also mir tat er auch ein bissl leid. Klar hatte er negative Seiten wie seinen Rassismus, der immer stark rüberkommt. Aber andererseits ist er in einer Ehe gefangen, in der er trotz seiner Reichtümer und des „Besitzes von Daisy“ unzufrieden ist.

Diander: Nee, nee, gefangen finde ich den ganz und gar nicht, im Gegenteil. Nimmt sich alle Freiheiten, manipuliert nach Strich und Faden und will aber trotzdem seinen häuslichen Frieden. Pfui Spinne, der sollte mir im Mondschein begegnen…

doimlinque: Er hat auch immerhin indirekt Gatsby auf dem Gewissen, weil er Wilson + Waffe die Richtung weist. Tja.

Anchesa: Wärst Du so mutig, einem wütenden, verzweifelten Mann, der mit Waffe vor Dir steht und nach dem Besitzer des Wagens fragt, nicht den Besitzer zu nennen?

Diander: Er schickt doch Wilson los in dem Wissen oder der Ahnung, dass Gatsby nicht der Fahrer war, um Gatsby elegant zu beseitigen. Das meinte ich vorher mit manipulativ. Aber gut. Lass uns lieber den ollen Tom vergessen und auf Gatsby, die Zeit, die Vergänglichkeit und die Zukunft anstoßen. Salute, cheerio!

„God sees everything,“ repeated Wilson. „That’s an advertisement,“ Michaelis reassured him. Basta.

mr jeckleburg

Die wachsamen Augen von Doctor T. J. Eckleburg glotzen unablässig in West Egg und sehen auch alles…Gar nicht unfreundlich hat er auch die Weinbeeren im Blick, die den restlichen Abend über das schöne Buch seufzen, einen Schluck trinken, weiterseufzen, Gatsby zu Ehren weiter trinken, Long Island Iced Tea, old sport ….

Anchesa, Diander und doimlinque

 

P.S.: Selten war es angebrachter, den ersten und den letzten Satz zu wiederholen:

Erster Satz: In my younger and more vulnerable years my father gave me some advice that I’ve been turning over in my mind ever since. „Whenever you feel like criticizing any one,“ he told me, „just remember that all the people in this world haven’t had the advantages that you’ve had.“

Letzter Satz: So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.

 

P.P.S.: „The Great Gatsby“ ist hier auf Englisch online lesbar. Außerdem habe die Weinbeeren die Verfilmungen von 1974 mit Robert Redford und Mia Farrow geguckt, die Variante der BBC von 2000 mit Mira Sorvino und Toby Stephens, sowie die neueste von 2013 mit Herrn DiCaprio und Carey Mulligan.

 

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75 Gedanken zu „Green light

  1. Diander Autor

    Anlässlich der letzten Verfilmung hat sich die Emory University an einer kurzen Psychoanalyse Gatsbys versucht. Anhand der 2 Schlagworte „shame“, also Schande der einfachen Herkunft und „grief“, Trauer um die nicht wiederholbare Vergangenheit. Und auch um den wichtigen Faktor „Zeit“ in der Geschichte (hatten die Weinbeeren neulich abends keine Zeit mehr für…)

    Zitat aus Gatsby:

    „You can’t repeat the past.“

    „Can’t repeat the past?“ he cried incredulously. „Why of course you can!“

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    1. doimlinque

      Ui. Und wenn ein youtube-Clip ausnahmsweise nicht ausreicht, gibt es Matthew J. Bruccoli. Das war bis zu seinem Tod vor ein paar Jahren der Oberfitzgeraldconnoisseur der amerikanischen Litwissenschaft. Hat eine Biografie über den Meister geschrieben und auch den Gatsby herausgegeben mit einleitendem Essay und einem Endnotenapparat, der ungefähr von hier bis nach Long Island reicht. Großer, großer Offenbarer von Literatur.

      Gruß, d.

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      1. Diander Autor

        Ui. Ich offenbare, dass ich den Herrn Bruccoli nicht kannte. Spezialwissen eines Spezialisten, sicher interessant, da kämen unter Garantie noch Diskussionspunkte daher, die eine Betrachtung wert sind. Wäre spannend. Hast Du das gelesen oder nur vom Hörensagen?

        Das obige Video ist mir übrigens heute – von youtube vorgeschlagen, die Damen und Herren dort kennen einen mittlerweile besser als man sich selbst – praktisch vor die Tischkante geflattert.

        Grüßle, Di

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        1. doimlinque

          Die Biografie habe ich nicht gelesen (er wurde geboren, schrieb und starb, frei nach Heidegger/Aristoteles), dafür aber die Ausgabe mit den Anmerkungen in der Hand gehabt.

          Schon Spezialwissen, ja, aber lesbar für jederfrau.

          Gruß, d.

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          1. Diander Autor

            Nochn anderer sidekick, zu F. Scott F. und Gattin Zelda: In einem eher belletristischen, leicht biografisch angehauchten Roman über Ernest Hemingway und seine erste Frau Hadley („Madame Hemingway“ von Paula McLain, aus der Sicht Hadleys geschrieben), in den wilden Jahren in Paris, Pamplona und den Alpen, treten auch die Fitzgeralds auf. Und kommen nicht besonders gut weg, dem Alkohol zugetan, wie viele in der Truppe rund um Hemingways und Fitzgeralds, die sich im Jazz Age angeblich und wohl auch tatsächlich unter den Tisch tranken und tanzten. Zelda wird dort als leichter Daisy-Abklatsch beschrieben. Sie berichtet z.B. von einem Ex-Liebhaber, der für sie sterben wollte und das dann auch tat, was sie und ihren Gatten einander wieder näher brachte…

            Angeblich wurde vieles im Buch aus Biographien und Briefen verarbeitet, und da scheint jemand auch den Gatsby gelesen zu haben.
            Grüßle, Di

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            1. doimlinque

              Aus der Sicht Hadleys geschrieben, oha. Dass die nicht unbedingt gut auf Hemingway und dessen Freundeskreis zu sprechen war, kann ich einigermaßen nachvollziehen. Gleichzeitig bin ich – allem romantisierenden Kitsch, den ich auf den Tod nicht ausstehen kann, zum Trotz – einigermaßen angefixt von der Gesellschaft der amerikanischen Expats in Paris/Europa. Was für ein kreativer Output! (Was freilich großmäulerisches Arschlochtum nicht entschuldigt, aber als Außenstehender kann man da womöglich schon mal eher ein Auge zudrücken und sich an den Früchten des Bohèmelebens laben.) Merci pour le tuyau.

              Ein mir seit ewigen Zeiten lieber Autor ist Stewart O’Nan, und dessen aktueller Roman, West of Sunset, hat den bereits ein wenig abgehalfterten Fitzgerald in seiner Hollywoodzeit zum Thema. Finde zumindest ich auch sehr lesenswert.

              Gruß, d.

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              1. Diander Autor

                Was für ein kreativer Output! (Was freilich großmäulerisches Arschlochtum nicht entschuldigt, aber als Außenstehender kann man da womöglich schon mal eher ein Auge zudrücken und sich an den Früchten des Bohèmelebens laben.)

                Allerdings. Das muss schon eine wilde Truppe in Paris gewesen sein, rund um Gertrude Stein. Interessante Blog-Querverbindung: Hemingway und Gertrude Stein haben sich angeblich wegen Hemingways Verhohnepipelung von Sherwood Anderson entzweit. Und Stewart O’Nan wiederum knüpft an Sherwood Anderson an. Ach ja, das ist ein weites Feld, diese Bohèmiens untereinander.

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                1. doimlinque

                  Ach ja, das ist ein weites Feld, diese Bohèmiens untereinander.

                  Ist es, ist es. Generationenübergreifend. Ziemlich inzestuöse Veranstaltung, diese Literaturwerkstätten.

                  Die vielleicht interessanteste Figur von allen scheint mir ja Gertrude Stein, die in der Regel immer so ein wenig in der Rolle der Antreiberin hinter den großen Künstlerseelen verkauft wird – als Motivationstrainerin und Glucke in einem. Dabei hat sie selbst auch eine Handvoll richtig spannende Texte abgeliefert. Three Lives nimmt viel vorweg von Andersons Winesburg. Und ich erinnere mich, dass ich ihre Monografie/Memoiren über Picasso aus den 1930ern ziemlich grandios fand. Megastarke Type, alles in allem.

                  …hörte sich insofern interessant an, dass es aus Frauensicht beantworten könnte, was denn an/in einem amtlichen Macho, Abenteurer, Großwildjäger und Draufgänger so spannend sein könnte.

                  Du meinst, jenseits des Offensichtlichen? Na, er war eben auch noch Stierkampf-Aficionado, gell.

                  Gruß, d.

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                  1. Diander Autor

                    Die vielleicht interessanteste Figur von allen scheint mir ja Gertrude Stein, die in der Regel immer so ein wenig in der Rolle der Antreiberin hinter den großen Künstlerseelen verkauft wird – als Motivationstrainerin und Glucke in einem. Dabei hat sie selbst auch eine Handvoll richtig spannende Texte abgeliefert.

                    Scheint mir auch so, obwohl ich das nur von Schilderungen her so einschätze, ihre Texte stehen derweil noch auf der „Soll-Seite“, nicht bei „Haben“.

                    Du meinst, jenseits des Offensichtlichen? Na, er war eben auch noch Stierkampf-Aficionado, gell.

                    Ach so, verdrängt, ja dann: Rrrrrrrrrrrrrrrrr. Im Ernst, grausam, diese Fiesta. Kann man großzügig auslegend auch unter Großwildjagd subsummieren.

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              1. Diander Autor

                Davon hatte ich auch schon gehört. Hast Du s gelesen ?

                Ja, habe ich. Das Buch lief mir mal während eines Ausflugs in Tübingen (:)) hinterher und hörte sich insofern interessant an, dass es aus Frauensicht beantworten könnte, was denn an/in einem amtlichen Macho, Abenteurer, Großwildjäger und Draufgänger so spannend sein könnte. Tat es nicht abschließend, ist aber doch eine interessante Zeitreise rund um die lost generation.

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                1. Rüdiger Grothues

                  „[…]hörte sich insofern interessant an, dass es aus Frauensicht beantworten könnte, was denn an/in einem amtlichen Macho, Abenteurer, Großwildjäger und Draufgänger so spannend sein könnte. Tat es nicht abschließend[…]“

                  Deshalb hat der WDR sich seinerseits bemüht, was die Fragestellung angeht, und im Rahmen seiner sonntäglichen Buchpräsentationen heute das Buch „Als Hemingway mich liebte“ von Naomi Wood vorgestellt. Musste lachen, als ich das heute morgen hörte. Manche Sender sind also doch manchmal dran am Puls der Zeit und bekommen mit, welche medialen Denkanstöße aufzugreifen sich lohnt. Die Fragestellung wird vom Sender leicht zugespitzt:
                  „Was bringt Frauen dazu, einen cholerischen, unter Depressionen leidenden, alkoholsüchtigen und ewig untreuen Ehemann bis zur Selbstaufgabe zu lieben? Das ist die zentrale Frage in Naomi Woods bemerkenswertem Roman über die vier Ehefrauen des berühmten Schriftstellers.“

                  http://www1.wdr.de/kultur/buecher/naomi-wood-als-hemingway-mich-liebte-100.html

                  Damit zurück zu den Weinbeeren, Scott Fitzgerald und dem Großen Gatsby.

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                  1. Diander Autor

                    Das ist wahrlich lustig, wir sind sowas von Trendsetter, dass es schon eine Ehre ist. Das Buch scheint ins selbe Hörnchen zu pusten, wenngleich statt nur auf Hadley auf alle Ehefrauen und zeitgeschichtliches Umfeld erweitert. Kann sich Anchesa gleich noch ein weiteres Buch besorgen…

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                  2. anchesa69

                    Vielen Dank für diesen Tipp. Da mir Madame Hemingway sehr sehr sehr gefallen hat, werd ich mir auch dieses Buch einverleiben. Schon allein die Pariser Künstlerszene lohnt das :-)

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            2. Rüdiger Grothues

              Nach den Anschlägen von Paris ist in Frankreich Hemingways „Paris – Ein Fest fürs Leben“ („A Moveable Feast“) angeblich zum Bestseller geworden. Ich habe das Buch mal als Schüler gelesen, war aber nicht sehr beeindruckt.

              Nach meiner Erinnerung stichelt er gegen Scott Fitzgerald, indem er die eine oder andere wahre oder erfundene Schnurre einbaut, so die des verzagten Scott, der Papa Hem über sein Gefühl berichtet, sein bestes Stück sei wohl unzulänglich, wie es vielleicht nicht die Lost Generation, aber die East Egger zum Ausdruck bringen würden. Hemingway begutachtet den Fall und beruhigt den Klienten, oder so ähnlich.
              Gertrude Stein war natürlich wieder ein ganz anderer Fall, unter verschiedenen Aspekten.

              Und noch eine ganz andere Sache ist es, dass es seit einiger Zeit die von Hemingway selbst konzipierte Urfassung des Buches zu kaufen gibt; die soll um einiges besser sein. Vielleicht enthält sie ja einige Episoden aus dem zusammengestoppelten Erstling nicht, zugunsten anderer.
              Viele Grüße von
              HAP

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              1. Diander Autor

                Zu Paris – Ein Fest fürs Leben habe ich auch nur noch vage Erinnerungen aus der Schulzeit, man müsste/sollte aber vermutlich vieles davon – nach Ablauf einiger Monde seither – nochmal neu lesen. Faust, Maria Stuart et al. haben Generationen von Schüler mit Gähnen und jugendlichem LMAA über sich ergehen lassen, obwohl es dem nicht gerecht wird.

                Noch nen Sidekick in Sachen Scott, Hem und Gertrude Stein und repeat the past: In Midnight in Paris von Woody Allen verhaspelt sich noch ein junger Schriftsteller in der Vergangenheit und trifft dabei erst mal Fitzgeralds, Hemingway. Apropos … Hemingway begutachtet den Fall und beruhigt den Klienten, oder so ähnlich.…“ lehnt Hemingway hier eine Begutachtung ab mit den Worten „Writers are competitive…“

                Und dann Auftritt Gertrude Stein nebst Picasso

                Grüßle, Diander

                P.S. HAP?

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                1. Rüdiger Grothues

                  „Noch nen Sidekick in Sachen Scott, Hem und Gertrude Stein und repeat the past“

                  Der Competition-Sidekick ist sehr fein und beziehungsreich gestrickt, ein schöner Spielzug in Sachen Begutachtungsmanagement, was einerseits Ablehnung und dann auch wieder Wahrnehmung des Gutachteramtes angeht.
                  Gertrude Stein hätte vermutlich gesagt: „Ernest macht sich, was das betrifft, nicht viel aus Manuskripten.“

                  Das Buch „Ein Fest fürs Leben“ ist in meinem Fall dem Schicksal entronnen, Schullektüre gewesen zu sein. Irgendwann gelang es, nach Paris zu entwischen, und da bot sich das Buch schon wegen seines Titels als verheißungsvolle Lektüre an.

                  Warum ich mit HAP gezeichnet habe, weiß ich auch nicht so genau, es handelt sich um ein Kürzel für den sog. Händlerabgabepreis, einen Abrechnungsmodus in der Musikbranche für Tonträger, dabei wollte ich doch nur mit meinem Namenskürzel zeichnen.
                  Muss mich noch an meinen Namen gewöhnen.

                  LG, LAB/RG

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  2. justrecently

    Klugschiss

    Und – beinahe schon postmodern – flicht Fitzgerald immer so kleine Reflexionen darüber ein, wie man eine solche Geschichte ‚richtig‘ erzählen muss/soll/kann. Mag ich auch sehr gerne. Außerdem ist so ein Ich-Erzähler latürnich immer ein klassischer Wackelkandidat, wenn es um Fragen der Objektivität geht.

    Das gab’s auch in den 1940ern.

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    1. doimlinque

      Ich würde ja ganz kess behaupten, dass es das mehr oder weniger immer gibt, wenigstens implizit, wenn man es mit einem Ich-Erzähler zu tun hat. Geht einher mit der radikal-subjektiven Erzählsituation. A propos Klugschiss. Die ‚postmodernen‘ Reflexionen freilich werden in Texten nicht immer so ausbuchstabiert, das stimmt auf jeden Fall.

      By the by: Wie viel da schon in der Übersetzung verloren geht, wenn man die sprechenden Eigennamen von Mann unbesehen übernehmen muss. The hammer! Vielen Dank für den Link.

      Gruß, d.

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    2. Diander Autor

      Das gab’s auch in den 1940ern.

      Ich finde es vor allem erstaunlich, wie Thomas Mann in der Zeit in den USA rezensiert wurde, er ist eigentlich sooo deutsches Kulturgut (zumindest heute), dass die Wahrnehmung von außerhalb überrascht.

      Grüßle, Diander

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  3. Rüdiger Grothues

    Die Weinbeeren haben wieder zugeschlagen mit brutalem und gleichzeitig zärtlichem literarischen Punch, und schon die Einleitung hätte Scott Fitzgerald bestimmt gut gefallen, auch wenn das nicht mehr herausgefunden werden kann, und am besten ist auf jeden Fall, dass Hendrix das letzte Wort hat.
    Ganz entscheidend ist natürlich dann die Wahl der richtigen Mittel und der ihnen gemäßen Gefäße, das Ritual bleibt unverzichtbar („ich bitte as usual weißweinschorle“, wird gemacht, „mir bitte ein Kölsch“, here you are! Dann aber im Champagnerkelch).
    Muss mir jetzt mal einen 3D-Fontänen-Drucker zulegen.

    Wieder sehr gerne gelesen, und wahrscheinlich sollte ich mir das Buch nun wirklich mal vornehmen.
    Von den Verfilmungen kenne ich nur die Redford/Farrow-Fassung aus den Siebzigern mit wirklich seltsamer Farbgebung.

    Viele Grüße von LAB

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    1. Diander Autor

      und am besten ist auf jeden Fall, dass Hendrix das letzte Wort hat.

      Huch, das war mir gar nicht bewusst, wer, was, wie, wo?

      Ganz entscheidend ist natürlich dann die Wahl der richtigen Mittel und der ihnen gemäßen Gefäße, das Ritual bleibt unverzichtbar

      Natürlich. Bestimmte Alleinstellungsmerkmale (hier: kollektiver Alkoholkonsum) wollen gepflegt und zelebriert sein. Man hat ja schließlich einen Ruf zu verteidigen.

      …und wahrscheinlich sollte ich mir das Buch nun wirklich mal vornehmen.

      Ja, definitiv. Es ist eigentlich im Vergleich ein relativ schmales Büchlein, je nach Ausgabe +/- 200 Seiten, die man einmal sehr schnell lesen kann und dann auch wieder und wieder. Und eine so anrührende Geschichte, es gibt wahrlich verprasstere Lebenszeit.

      Vielen Dank für den Besuch, winkewinke und Grüßle,
      Diander

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      1. anchesa69

        „und am besten ist auf jeden Fall, dass Hendrix das letzte Wort hat.

        Huch, das war mir gar nicht bewusst, wer, was, wie, wo?“

        Und ich dachte, das letzte Wort haben hier wir? hmmm

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      2. Rüdiger Grothues

        „Bestimmte ALLEINSTELLUNGsmerkmale (hier: KOLLEKTIVER [Hvm] Alkoholkonsum) wollen gepflegt und zelebriert sein.“
        Sicherlich. Unbedingt.

        „Ja, definitiv. Es ist eigentlich im Vergleich ein relativ schmales Büchlein, je nach Ausgabe +/- 200 Seiten, die man einmal sehr schnell lesen kann und dann auch wieder und wieder. Und eine so anrührende Geschichte, es gibt wahrlich verprasstere Lebenszeit.“
        Überzeugt.

        Viele Grüße von
        HAP

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          1. Rüdiger Grothues

            So, jetzt habe ich mir auch die BBC-Verfilmung angesehen, und ich wurde dabei den Eindruck nicht los, das Ganze spiele in der Grafschaft Yorkshire, mit kurzen Abstechern in die Stadt natürlich, und Gatsbys Anwesen heiße Downton Abbey.
            Alles in allem auf jeden Fall eine solide Verfilmung, aber nicht so elegant wie der Film von 1974 und nicht mit dem Punch des DiCaprio-Streifens.
            So wie der Roman angelegt ist, bettelt er geradezu nach Verfilmungen, da kann so viel ja auch wieder nicht schiefgehen, das wurde von der Weinbeerenauslese ja schon ausgeführt.
            Was die Darsteller angeht, würde ich in Anbetracht der drei Filme die Schauspielerinnenriege aus dem Siebziger Jahre-Film bevorzugen, nur Robert Redford – nach langem Grübeln- durch den Oer-Erkenschwicker ersetzen und Mia Farrow durch… Veronika Ferres ;) .

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            1. Diander Autor

              …Weinbeerenauslese…

              Sehr schön formuliert, erhebst Du darauf urheberrechtliche Ansprüche oder darf man das bei passender Gelegenheit wiederholen?

              …nur Robert Redford – nach langem Grübeln- durch den Oer-Erkenschwicker ersetzen und Mia Farrow durch… Veronika Ferres ;)

              Die Ferres passte insofern, als der echte Gatte gewisse Züge von Tom hätte und sie vielleicht „was Eigenes“ einbringen könnte. Aber bitte auch nur insofern. Trotz Wärme fröstelt mich gerade, irgendwie…;) Ansonsten teile ich das Fazit vollumfänglich.

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              1. Rüdiger Grothues

                Zur Verwendung des (vielleicht als einzelnes Wort ausnahmsweise als Sprachwerk iSd § 2 I Nr. 1 UrhG anzusehenden) Begriffs „Weinbeerenauslese“ wird hiermit umstandslos ein einfaches Nutzungsrecht (vgl. 31 UrhG) eingeräumt.

                Der Ferres-Schlenker war natürlich als schlechter Witz gedacht (an den Hannoveraner-Gatten musste ich auch denken); ich hatte noch andere Horrorvorschläge im Kopf, aber da passte meist die Haarfarbe nicht. Was das angeht, würde ja auch Heino passen.
                Ich hätte da aber noch einen ernsthaften Vorschlag gehabt, was eine deutsche Schauspielerin angeht, sie ist leider tragisch früh verstorben, hat meist in Paris gelebt, und ihre Tochter arbeitet wohl auch, zumindest unter anderem, als Schauspielerin: Constanze Engelbrecht (die Stimme!).

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                1. Diander Autor

                  …wird hiermit umstandslos ein einfaches Nutzungsrecht (vgl. 31 UrhG) eingeräumt…

                  Vielen Dank im Voraus.

                  Der Ferres-Schlenker war natürlich als schlechter Witz gedacht…

                  Das hatte ich gehofft und angenommen (die Horrorvorschläge lassmama…). Und zu dem Vorschlag Engelbrecht, ja, das hätte gepasst. Wenn wir den Oer-Erkenschwicker als gesetzt betrachten, dann wäre der zeitgemäße Vorschlag eher Mia Wasikowska. Oder, wenn es denn eine deutsche Besetzung sein sollte, dann vielleicht Anna Maria Mühe.

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                  1. Rüdiger Grothues

                    Ja, zwei lebende Schauspielerinnen sind ein realistischerer Vorschlag, dann steht die Besetzung also, so oder so.
                    Und ein immer nur vorläufiges Ende der Erörterungen zeichnet sich ab, zumal neue Herausforderungen am Horizont dräuen…
                    Liebe Grüße vom StereoLAB

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                    1. Diander Autor

                      Neue Herausforderungen, sehr gut. Irgendwo hieß es mal „Weiter, immer weiter“. Bis zum Horizont, vielleicht in die Ferne oder so. Und da gibt es dann wieder neue.
                      Liebe Grüße, Diander

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                    2. Rüdiger Grothues

                      DIE RÜCKKEHR DES GATSBY

                      Es stand ja zu befürchten, dass diese Geschichte noch nicht zuende erzählt ist…
                      In diesen Tagen hat sich Gatsby in seiner alten Stadt NYC gezeigt, beim Tennis-Grand Slam US-Open, ganz der Alte, wie es scheint, nur der rosa Anzug musste wohl zugunsten einer völlig unauffälligen Freizeitkleidung weichen, casual rules [siehe Spiegel online, Panorama, Promis bei US-Open, Na, da schau her].

                      So langsam sickert durch, dass Gatsby seinen Tod seinerzeit sorgsam geplant und, mit Hilfe einiger Getreuer um Wolfshiem herum, inszeniert hat. Dabei wurde ohne weiteres die Tötung von George Wilson in Kauf genommen, der unter dem Vorwand zu Gatsbys Anwesen gelockt worden war, die Wahrheit über den Unfall zu erfahren. Der Sarg: leer. Gatsby: Über alle Berge – Daisy war für ihn verloren. Und er wollte sie als Fahrerin des Unfalllautos zwar decken, aber auch nicht unbedingt seinerseits deswegen noch in Schwierigkeiten geraten. Die „Operation West Egg“ jedenfalls war, wenn nicht gescheitert, denn als wertvolle Erfahrung zu ihrem Ende gelangt.

                      Nun fragt Random House nach, wer sich bereiterklärt, die Fortsetzung des Romans zu schreiben. Bevorzugtes Autorenteam: die Weinbeerenauslese. Der Vorschuss: hoch. Arbeits- und möglicher Buchtitel: siehe oben.
                      Eine Verfilmung soll alsbald nach Erscheinen des Buches folgen; die Besetzung steht ja schon (siehe weiter oben).

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                    3. Diander Autor

                      Ja, das Gatsby-Bild habe ich heute auch schon lächelnd zur Kenntnis genommen (selbstredend nur zufällig beim Friseurtermin *räusper*). Ein weiteres inkognito-Indiz: -> das Bierchen statt Schampus in der Hand.

                      Aber das Angebot von Random House müssen wir – denke ich – ausschlagen, für diesen sensationellen Plot steht definitiv Dir die Urheberschaft zu. Die Weinbeerenauslese würde aber sicherlich eine wohlwollende Rezension in Erwägung ziehen, plus Filmkritik plus neuer Bildchen.

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                    4. Rüdiger Grothues

                      Na gut, dann eben nicht… Werde mich mal mit Random House und Warner/Baz Luhrmann in Verbindung setzen (though „slow thinking and full of interior rules that act on my desires“). Wie ihr wollt…

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                    5. Diander Autor

                      …Na gut, dann eben nicht… Wie ihr wollt…

                      Ich hoffe, das kam nicht falsch rüber. Wir sind eine non-profit-Truppe und wollen uns nicht an Deinen Ideen und den zu erwartenden Tantiemen bereichern. Obwohl, so 10% für den Input wären schon ganz nett. Geteilt durch 3 natürlich.
                      Liebe Grüße, Diander

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                    6. Rüdiger Grothues

                      Mmhh, eine Override-Beteiligung, warum nicht…
                      Dann könntet ihr aber, als Beteiligte, nicht mehr „wohlwollend rezensieren“, denn eure Unabhängigkeit, sozusagen die Kerne in euren Beeren, wäre dann dahin…

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            2. anchesa69

              Naja, meine Vorliebe für die BBC-Version rührt wohl daher, dass ich eigentlich immer BBC-Verfilungen (sofern vorhanden) vorziehe! Für mich gibts nicht besseres, seit den Verfilmungen von Jane Austens Werken…

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              1. Rüdiger Grothues

                BBC-Verfilmungen sind in jedem Fall eine (irisch-walisisch-schottisch-englisch-watauchimmer-) Referenz, und ich liebe viele von ihnen (Jane Austen, ja!), aber wer einmal ein Ostküsten-Vorwärtsgedränge erlebt hat, der sieht das tatsächlich auch eher in den amerikanischen und nicht den britischen Verfilmungen eingefangen. Mein Eindruck.

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    2. doimlinque

      …und am besten ist auf jeden Fall, dass Hendrix das letzte Wort hat.

      …:-)… Völlig unterschätzt als Texter, der Jimi, finde ich. Tatsächlich schwirrte erst die Songzeile im Kopf herum, und der Rest schrieb sich dann von selbst. Die Restbeeren waren offensichtlich schon total Hacke, dass sie das nicht mitbekommen haben.

      Gruß, d.

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      1. Diander Autor

        Aaaah, jetzadle capito. Ich bin bei „letztem Wort“ immer hier in diesem Absatz umeinander geirrt und habe überlegt, wo der Hendrix das vermantscht haben könnte:

        So we beat on, boats against the current, borne back ceaselessly into the past.

        Hacke ist natürlich auch wahr, wenn auch nicht nur auf die Restbeeren bezogen.

        Grüßle, Di

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      2. Rüdiger Grothues

        „Völlig unterschätzt als Texter, der Jimi, finde ich.“
        Sehe ich genauso!

        „Die Restbeeren waren offensichtlich schon total Hacke, dass sie das nicht mitbekommen haben.“
        Tzz tzz – und das dann, wenn die entscheidenden Zeilen ins Spiel kommen…

        Viele Grüße von
        HAP

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        1. Diander Autor

          …Jimi Hendrix als unterschätztem Texter…

          Ja, hier! Bekenne mich schuldig.

          Lebe im Augenblick auf Long Island, eine der Verfilmungen habe ich gesehen, Buch ist in der Mache.

          Da bin ich gespannt auf die Einschätzung. Long Island, boah, West Egg oder East Egg? doimlinque ist auch gerade absent, sogar ohne Netz, daher müssen die Jimi-Hendrix-aficionados noch kurz ohne einander auskommen …;)…

          i.V. Diander

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          1. Rüdiger Grothues

            „West Egg oder East Egg?“
            West Egg – hinter Nicks Häuschen befand sich noch eine Hundehütte, ist gut erhalten, heute wird dort in der Gegend alles ab der Größe von einer von Daisys Hutschachteln vermietet…

            Buch gelesen, DiCabrio-Verfilmung original und mit Synchronisation gesehen und gehört, um etwas von der Faszination zu erahnen, die von Daisys Stimme ausgehen soll, auch wenn sie nach Geld klingt (für mich im Moment der Dreh, die Aussage des Romans), aber da finde ich nix.

            Bis auf Weiteres viele Grüße von
            ähh, LAB

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            1. Diander Autor

              Buch gelesen, DiCaprio-Verfilmung original und mit Synchronisation gesehen und gehört, um etwas von der Faszination zu erahnen, die von Daisys Stimme ausgehen soll, auch wenn sie nach Geld klingt (für mich im Moment der Dreh, die Aussage des Romans), aber da finde ich nix.

              Öööhm, ich will Dich ja nicht fürchterlich enttäuschen, aber das im Film ist nicht die echte Daisy, sondern nur eine Schauspielerin. Und man kann ja nicht alles haben, schauspielerisches Talent, passende Optik, Alter und auch noch eine geldige Stimme. Aber apropos: Ganz unangenehm fiel mir in diesem Zusammenhang die deutsche Synchronisation von Mia Farrow auf, der wurde ein Zwitscherstimmchen verpasst.

              …eine Hundehütte, ist gut erhalten…

              Glück gibt’s ja angeblich auch in der kleinsten Hütte, in diesem Sinne eine schöne Zeit!

              Grüßle, äääh, Diander

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              1. Rüdiger Grothues

                „Öööhm, ich will Dich ja nicht fürchterlich enttäuschen, aber das im Film ist nicht die echte Daisy, sondern nur eine Schauspielerin.“

                Zu der Erkenntnis konnte ich mich mit Mühe und Not auch durchringen. Und da zeigt sich wieder, dass nur der durch die Buchlektüre hervorgerufene Film in einem selbst letztlich was taugt – für einen selbst natürlich.
                Dennoch kann ich, und bisher beziehe ich mich ja nur auf die Verfilmung von 2013, der Besetzung der Daisy (Carey Mulligan) so gar nichts abgewinnen. Das betrifft nicht nur die Stimme.
                Aber DiAnder mag die DiCaprio-Verfilmung, und ich finde sie auch in Ordnung. Aber Daisy…

                Dafür ist Tom Buchanan schon wieder zu gut besetzt, jederzeit bereit, die immer lauernde Brutalität auch umzusetzen. Vielleicht hätte man diese Figur DiCaprio spielen lassen sollen, dann wäre eine gewisse Indifferenz ins Spiel gebracht worden.
                Aber warum Indifferenz? Tom ist das recht eindimensionale Arschloch, und dies auch im Roman, denke ich.
                Schluss mit der Nörgelei…

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                1. Diander Autor

                  Schluss mit der Nörgelei…

                  Vielmehr ist mal an der Zeit, los zu werden, dass ich es sehr toll finde, dass Du auf unseren Blog hin das Buch schnappst und auch noch die Filme aktuell guckst und mit uns diskutierst, das gefällt mir außerordentlich gut.

                  Und nochmal ein wenig ernsthafter als in meinem vorherigen Kommentar: Die Daisy in der Luhrmann-Verfilmung ist tatsächlich auch von einigen Kritiken ein wenig mit hochgezogenen Augenbrauen bedacht worden, weil sie dem Bild von Daisy nicht so 100pro entsprechen soll, ein wenig zu unglamourös, die Nase zu unperfekt, ein wenig zu unkalt spielend. Ich denke, das Attribut „weniger glamourös“ trifft es ganz gut, dafür ein Tick tiefsinniger als die kieksende Farrow. Und neben DiCaprio. In dieser Verfilmung steckt der Fokus mehr als in anderen in der Besessenheit Gatsbys, das kann er ausspielen und lässt daher andere erblassen.

                  Und die Tom Buchanans, ja, habe ich ja oben im Schwatz schon angemerkt, dass ich die allüberall gut besetzt und gespielt finde. Zustimmung, die Eindimensionalität macht das natürlich einfacher, „primitiver Bösewicht“, braucht Muskeln und 5-6 x Augenbrauen zusammenziehen, 3-4 x brüllen, 1-2 x zuschlagen, gut is. Trotzdem überzeugend gemacht.

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                  1. Rüdiger Grothues

                    Reaktion mit einem kleinen Zitat: „Hold erröt…“ (W.H.)

                    Neee, es ist ja nun die Weinbeeren(aus)lese und Lesung, die animierend wirkt und der unter anderem ja auch das Verdienst zufällt, einen dazu zu verleiten, das eine oder andere dieser Das-wolltest-du-doch-immer-schon-mal-lesen-Werke endlich in die Hand zu nehmen.
                    Das klassische Triumvirat dieser Bücher bilden wohl die Schwarten Ulysses, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit und Der Mann ohne Eigenschaften – wenn nicht geschummelt und strikt Seite für Seite von vorne nach hinten gelesen wird.
                    Den Ulysses kenne ich ganz gut, ein witziges Buch – aber schwer erschummelt, kreuz und quer gelesen.

                    Die Verfilmung von 1974 finde ich… eleganter als die neuere, aber Mia Farrow ist eine komplette Fehlbesetzung oder legt Daisy sehr seltsam an – im Original ist die Stimme nach meinem Empfinden noch kieksiger als in der deutschen Synchronisation. Da ist, nebenbei gesagt, Lois Chiles als Jordan Baker ein anderes Kaliber.
                    Und Hollywood wollte offensichtlich die Romanze zwischen Redford und Farrow – die das Buch, so ausgespielt, zwischen Jay und Daisy gar nicht hergibt.
                    Viele Grüße von
                    LAB/RG

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                    1. Diander Autor

                      „Hold erröt…“

                      Gern gscheng. Und ernst gemeint.

                      Paw, den Ulysses habe ich noch vor mir, aber was ich davon weiß: ist es nicht sogar hilfreich, im Sinne des Buches und möglich, kreuz und quer darin rum zu wandern? Und die „verlorene Zeit“, tatsächlich, da sind Ähnlichkeiten mit dem Gatsby, wenn ich es recht überlege. Stichwort „You can’t repeat the past.“ „Can’t repeat the past?“ he cried incredulously. „Why of course you can!“

                      Mei-o-mei, es bleibt, egal, wie alt man ist, immer noch massenweise an Das-wolltest-du-doch-immer-schon-mal-lesen-Werken übrig. Und darüber parlieren. Hoffentlich reicht der Arbeitsspeicher bei wordpress für künftige to-dos.

                      Grüßle, Diander

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                    2. Rüdiger Grothues

                      [Direkt (darunter) kann ich nicht antworten, deshalb auf diese Weise:]
                      „Hoffentlich reicht der Arbeitsspeicher bei wordpress für künftige to-dos.“
                      Ihr werdet, früher oder später, die WordPress-Ressourcen sprengen, soviel ist sicher.

                      P.S.: Den Ulysses kannst Du ohne Probleme, vielmehr mit Gewinn kreuz und quer lesen, da hast Du recht, und ich habe es auch sehr gerne so gehalten, Joyce und Bloom jedoch würden wohl sagen: Alles richtig, aber du solltest mal den langen Atem für diesen einen Tag in Dublin haben – an einem Stück.

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                    3. Diander Autor

                      Direkt (darunter) kann ich nicht antworten, deshalb auf diese Weise

                      Der maximale Kommentarstrang ist hier 10 Ebenen, die haben wir anscheinend aufgebraucht. Mit den restlichen Ressourcen dauert es sicher noch ein Weilchen…

                      Eh bien, dann muss ich mir den Ulysses doch tatsächlich mal vorknöpfen.

                      Grüßle, Diander

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                  2. anchesa69

                    „…Vielmehr ist mal an der Zeit, los zu werden, dass ich es sehr toll finde, dass Du auf unseren Blog hin das Buch schnappst und auch noch die Filme aktuell guckst und mit uns diskutierst, das gefällt mir außerordentlich gut….“

                    Ja stimmt, da möcht ich mich mal vollumfänglich anschliessen. Ich freu mich sehr, dass wir ein bisschen Interesse geweckt haben mit unserem Machwerk.

                    „…Und die Tom Buchanans, ja, habe ich ja oben im Schwatz schon angemerkt, dass ich die allüberall gut besetzt und gespielt finde. …“

                    Ich glaube, dass liegt wohl zum groén Teil daran, dass sich solche Ars… eben gut spielen lassen. Nicht umsonst sagen viele Schauspieler, sie spielen lieber diese fiesen Rollen.

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                2. anchesa69

                  „…Und da zeigt sich wieder, dass nur der durch die Buchlektüre hervorgerufene Film in einem selbst letztlich was taugt – für einen selbst natürlich….“

                  Was sich auch in unserem nächsten Blog wieder bewahrheiten wird!

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  4. Rüdiger Grothues

    Exkurs und Rätsel (Schwierigkeitsgrad: Leicht)

    Der Versuch, das Turnier hier mit Anknüpfungspunkt einzuschmuggeln, und damit gleichzeitig an einen guten alten dFC-Brauch zu erinnern:

    „Noch vor der EM galt …… als der Schreck aller DFB-Gegner: Schwieriger zu lesen als ein Gedicht von Baudelaire und mit dem Nimbus des ultimativen Turnierspielers versehen. Am Ende konnte er sich aber nur eine einzige Torvorlage gegen Nordirland gutschreiben und steht damit in der EM-Statistik zwischen Spielern wie Ledian Memushaj aus Albanien und Wesley Hoolahan aus Irland. […]Darf jetzt endlich in den Urlaub. Mon esprit, tu te meus avec agilité. “
    Wer ist gemeint? Dürfte keine großen Probleme bereiten. Ein kleiner Tipp sei erlaubt: Der große Gatsby nicht.

    „Die größte Tat von ihm war, dass er in seinem Buch, das er während der Spiele las, nie zu tief zu versunken war. Wenn er gebraucht wurde, packte er den Wälzer [Der große Gatsby, dreisprachige Ausgabe] zur Seite und war da. Mal eben für den Jahresrückblick ein Pfund aus dem Winkel gekratzt und dann wieder eine Halbzeit chillen.“
    Kommt für ein Rätsel nicht in Betracht, weil zu einfach, obwohl auch hier der LITERATURBEZUG gegeben ist.
    [Quelle: DIE ZEIT]

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    1. Diander Autor

      Der Versuch, das Turnier hier mit Anknüpfungspunkt einzuschmuggeln

      Geschickt geschmuggelt, chapeau!

      Hmmmm, lass ma versuchen: Torvorlagen gegen Nordirland. Nur ein Tor, also kann es nur eine Torvorlage gegeben haben. Das ist leicht, dem Müller sein Thomas war`s.

      Der zweite Teil ist schon etwas kniffliger, und ein bisschen doch ein Rätsel, wenn nicht gar eine Falle, nachdem irgendwo in einer Vorberichterstattung kolportiert wurde, dass Götze ein Buch des Dalai Lama mit sich führt. Dass er auch darin geblättert haben muss, war dem Verhalten auf dem Spielfeld ein wenig anzumerken (und dann wieder eine Halbzeit chillen). Aber nein, mein Tipp lautet: Neuer, wegen ein Pfund aus dem Winkel gekratzt. Boateng wäre auch noch eine Option gewesen, aber der hat aus der Mitte gekratzt, nicht aus dem Winkel. Ich bleibe bei Neuer.

      Und was „Mon esprit, tu te meus avec agilité“ anbelangt (auch chapeau, doimlinques law wird konsequent angewendet):

      Élévation

      Au-dessus des étangs, au-dessus des vallées,
      Des montagnes, des bois, des nuages, des mers,
      Par delà le soleil, par delà les éthers,
      Par delà les confins des sphères étoilées,

      Mon esprit, tu te meus avec agilité,
      Et, comme un bon nageur qui se pâme dans l’onde,
      Tu sillonnes gaîment l’immensité profonde
      Avec une indicible et mâle volupté.

      Envole-toi bien loin de ces miasmes morbides,
      Va te purifier dans l’air supérieur,
      Et bois, comme une pure et divine liqueur,
      Le feu clair qui remplit les espaces limpides.

      Derrière les ennuis et les vastes chagrins
      Qui chargent de leur poids l’existence brumeuse,
      Heureux celui qui peut d’une aile vigoureuse
      S’élancer vers les champs lumineux et sereins!

      Celui dont les pensers, comme des alouettes,
      Vers les cieux le matin prennent un libre essor,
      – Qui plane sur la vie et comprend sans effort
      Le langage des fleurs et des choses muettes!

      Das ist sogar blogübergreifend, Literatur, „indicible et mâle volupté“ irgendwie zu Fußball und „aile vigoureuse“ und „alouette“, da simmer bei Vöglein.

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      1. Rüdiger Grothues

        Sehr gut, sehr souverän abgeleitet und gelöst (so wie der Filius sicher auch bei der bairischen Matura) – volle Punktzahl!
        Wie das so üblich ist… eine kleine Zusatzfrage noch: Manu der Libero (natürlich auch einer der besten und intelligentesten Feldspieler der deutschen Mannschaft), hatte ja eine dreisprachige Ausgabe des Gatsby hinter sich im Tor liegen (Amerikanisches Englisch, Deutsch, Französisch): In welcher Sprachfassung hat er den Roman gelesen?

        „doimlinques law wird konsequent angewendet“

        Unbedingt und immer wieder und immer weiter!

        „Derriere les ennuis et les vastes chagrins
        Qui chargent de leur poids l´existence brumeuse“
        nach einem verlorengegangenen Fußballspiel, dennoch
        „Heureux celui qui peut d´une AILE VIGOUREUSE
        S´élancer vers les champs lumineux et sereins.“

        P.S.: Die Dachterassenmieter in all ihrer Anmut sind mir nicht entgangen.

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        1. Diander Autor

          In welcher Sprachfassung hat er den Roman gelesen?

          Ist doch klar: Natürlich in allen drei Sprachen (französisch war die letzte). Geht ja flott, bei 200 Seiten. Hinter dem Tor lag für Notfälle, also völlig fadisierende Spielverläufe, noch die italienische Variante parat (Geschenk von Buffon, vor dem Spiel, fieser Trick). Die wurde aber nicht fertig gelesen, dazu war keine Zeit mehr. Vielleicht jetzt im Urlaub.

          …nach einem verlorengegangenen Fußballspiel, dennoch…

          Ich bin nicht sicher, ob Schweinsteiger schon so weit ist, das als Selbstbeschwörung zu rezitieren…

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          1. Rüdiger Grothues

            Die Prüfungskommission musste sich länger beraten, Rücksprache mit dem zuständigen Kultusministerium halten und ist dann von ihrer ja vorab festgelegten Antwort (Französisch) abgewichen, denn man wollte sich der selbstbewusst und bestimmt vorgetragenen Argumentation nicht verschließen.

            Der Trick von Buffon, der um die Lernbegierde von Manu dem Libero weiß, war natürlich schweini…

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            1. Diander Autor

              Aaah, Gottseidank scheint das nicht die Prüfungskommission und das Kultusministerium aus Bayern gewesen zu sein, die weichen normalerweise kein Jota von festgelegten Antworten ab und schon gleich gar nicht mit dieser Kurzfristigkeit, da wären mindestens 3 Arbeitsgruppen und Anhörungen vorab nötig gewesen. Plus Abstimmung in der staatstragenden Partei, ob das irgendeinen Einfluss z.B. auf die Asylpolitik oder die bairischen Werte haben könnte.

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  5. Rüdiger Grothues

    Zu den politischen Aspekten, die den Roman durchziehen, noch zwei Dinge, die mir etwas unterbelichtet scheinen.
    Da ist einmal die Sache mit dem „alten“ und dem „neuen“ Geld. Das alte Geld hat den längeren Arm und die Reputation (und Daisy handelt danach). Erzähler Nick listet auf, was nach Gatsbys Tod an zweifelhaften Machenschaften zutage tritt. Dass das alte Geld ebenfalls auf grausame, auf schmutzige Art ergaunert wurde, wird dagegen nicht thematisiert. Ist ja auch heute noch so: Carnegie hat uns allen diesen schönen Musiktempel an der 57. Straße zur Verfügung gestellt und die Rockefeller Foundation eine feine Stiftung, die Geschichte der amerikanischen Oligarchen bleibt jedoch weitgehend ausgeblendet.
    Und zweitens, jetzt kommen wir zum irritierenden Teil, gibt es da noch die Einführung von Mr. Wolfshiem, als Gatsby und Carraway sich in einem „gut belüfteten Kellerlokal in der zweiundfünfzigsten Straße“ zum Mittagessen treffen und Gatsby sagt: „Mr. Gatsby, das ist mein Freund Mr. Wolfshiem.“ Dann folgt eine Beschreibung, die mir sehr unangenehm aufgestoßen, wenn auch vielleicht nur einer nachgeborenen deutschen Empfindlichkeit geschuldet ist – oder handelt es sich um einen weitsichtigen Schlenker des Autors, mittels Nick? Hier die diskreditierende „Personenbeschreibung“, dort schon eingangs der Erzählung Toms Einlassungen zur „weißen Rasse“… sehr hellsichtig, denn in Europa nahm das Verhängnis dann ja seinen Lauf.

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    Antwort
    1. Diander Autor

      Zu den politischen Aspekten, die den Roman durchziehen, noch zwei Dinge, die mir etwas unterbelichtet scheinen.

      Was, wie, wo, unterbelichtet? Wir? …:)… Ha, ein bissi haben wir das ja schon angerissen, ich erlaube mir, eine gewisse Diander oben zu zitieren:

      …dass tatsächlich die dramatischsten Dinge den Parvenues von West Egg durch die East Egger angetan wurden. Eine Gemeinsamkeit zwischen Gatsby, Myrtle Wilson und ihrem Ehemann. Alle drei irgendwie Emporkömmlinge, Gatsby durch Geld, Myrtle durch ihre Liaison, und ihr Mann in der Konsequenz auch, finden schlussendlich den Tod durch Verwechslung, Intrigen und angezettelte Machenschaften des „alten Geldes“. Hat irgendwie was Sozialkritisches….

      …Tom, den Nazi-Schnösel…

      Aber Du hast natürlich recht, das sind Aspekte, die man lang und breit bei der Analyse (wenn wir denn eine machen würden, was wir ja nicht stringent tun, das obige „parlieren“ triffts eher) ansprechen muss. Der Wolfshiem und seine Beschreibung (in einer späteren Übersetzung wurde er auch „Wolfsheim“ genannt) bedient ganz fies und offensichtlich Antisemitismus. Was in der Konsequenz auch Dein berechtigtes Bauchgrummeln zu Punkt 1 verstärken kann, guter Reichtum, schlechter Reichtum, West Egg, East Egg…Irgendwie bedienen doch beide Punkte zusammen die Überheblichkeit des alten Geldes und in der Weiterführung Verachtung der Neureichen, Steigerung noch Wolfhiem. Diesen Aufbau und Zusammenhang würde ich jetzt erst mal als eine recht klare Ist-Beschreibung und Kritik Fitzgeralds sehen wollen, das „Verhängnis“ begann ja nicht schlagartig.

      Grüßle, Diander

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      1. Rüdiger Grothues

        „Was, wie, wo, unterbelichtet?“
        Das bleibt ein bisschen im Dunklen, und das kann ja manchmal nicht schaden… vielleicht ist der Autor gemeint – und sicher, eine gewisse Diander hatte da schon so einiges in die Debatte geworfen.

        „Diesen Aufbau und Zusammenhang würde ich jetzt erst mal als eine recht klare Ist-Beschreibung und Kritik Fitzgeralds sehen wollen, das „Verhängnis“ begann ja nicht schlagartig.“
        So soll es sein. Im Zweifel für den Autoren – nicht schlecht bei einem Entstehungsdatum Mitte der Zwanzigerjahre.

        Viele Grüße von
        LAB/RG (dem schon mehrfach Links- und gleichzeitig Rechtshändertum bescheinigt wurde wegen dat mit links und det mit rechts machen ->soll die Gefahr der Entscheidungsschwäche nach sich ziehen)

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        Antwort
        1. Diander Autor

          Das bleibt ein bisschen im Dunklen
          Diplomatisch, diplomatisch…:)…

          …dem schon mehrfach Links- und gleichzeitig Rechtshändertum bescheinigt wurde wegen dat mit links und det mit rechts machen…
          Ohne das Thema in diesem Strang überstrapazieren zu wollen: es gibt in diesem Blog noch jemanden, der sich als ambidextrös bezeichnet. Ich denke trotzdem, dass es eine gewisse Vorliebe bei den meisten gibt, die sich darin äußert, welche Hand zum Einsatz kommt, wenn es um nicht antrainierte Bewegungen geht. Freilich stricke ich wie ein Rechtshänder, weil mir dunnomal die Lehrerin beim „Verkehrtrum“ auf die Finger schlug und meine Mutter mir andersrum nicht helfen konnte. Oder halte die Schere rechts, weil es beim Erlernen des Umgangs mit Schere kein Pendant für Linkshänder gab. Das ist dann aber Umlernen. Entscheidend sind eher die spontanen Bewegungen, mit welcher Hand fange ich spontan und ohne Überlegen den Ball, der mir schnell zugeworfen wird. Oder wie öffne ich ein Glas. In welcher Hand halte ich Streichholz und in welcher Reibefläche, wo den Kamm? Also Dinge, die eher nicht der Umerziehung, der Machbarkeit wegen der Utensilien (Dosenöffner etc) oder der Nachahmung unterliegen. Summa summarum: wenn’s kein Problem gibt, gibt`s auch keins. Ich hatte halt ein wenig eins.
          Grüßle, Diander

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          Antwort
          1. Rüdiger Grothues

            „Diplomatisch, diplomatisch…:)…“
            Es liegt in der Natur der Sache, dass das Unterbelichtete … ein bisschen im Dunkeln bleibt … :) …

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